Sommerkonzert der Städtischen Sing- und Musikschule
Eine Freude für Publikum und Sänger

Der Schwender Dreigesang - (von links) Hilde Steinmetz, Berta Weiß und Robert Dimper - gastierte als musikalischer Farbklecks.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
27.07.2016
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Als souveräne musikalische Weltenbummler erwiesen sich Franz-Xaver Reinprecht und der Multi-Chor der Städtischen Sing- und Musikschule (SMS) beim Sommerkonzert im Rathaussaal.

An ihrem beschwingten Streifzug über Kontinente, durch Epochen und Sprachen hatte das Publikum genauso viel Freude wie die Akteure. Gestartet wurde in Südafrika, wo sich Lebensfreude und Herzlichkeit perfekt in Noten verwandelten.

Als Chor- und Reiseleiter des Abends ließ Franz-Xaver Reinprecht nicht immer gleich die Katze aus dem Sack, was Herkunft und Sprache des gerade dargebotenen Werkes betraf - das Mitraten schärfte die Sinne über das bloße Genießen hinaus.

Die Liebe in ihren verschiedenen Aggregatzuständen ist stets ein großes Thema, wie die Abstecher nach Nordvenezien, Dalmatien, Amerika und ins so nicht mehr vorhandene Kurdistan unterstrichen. Als regional verwurzelter Kontrast und erklärter Farbtupfer zwischen den Programmhälften machte der eigens für diesen Anlass reaktivierte Schwender Dreigesang Publikum und Chormitgliedern so viel Spaß, dass Reinprecht spontan eine (professionell bevorratete) Zugabe erbat.

Wie sich auf fröhlicher Melodie-Basis auch nachdenklich stimmende und hintersinnige Botschaften transportieren lassen, bewies das leidenschaftliche Ensemble im zweiten Teil mit einem Sommerlied von Nils Koppruch, einem schwyzerdütschen Schlaflied oder der hawaiianischen Bitte, achtsam mit der Welt umzugehen. Der Horizont des Multi-Chors reicht jedoch weit über die Weltmusik hinaus: Mit einer der raren Schubert-Kompositionen für gemischten Chor, einem russischen Vaterunser von Nikolai Kedrov, einer Ultrakurz-Version von Beethovens "Ode an die Freude" sowie einer Bach-Fuge als Zugabe erwies man auch dem klassischen Repertoire seine Referenz.

Für den letzten offiziellen Programmpunkt und den tatsächlichen Rausschmeißer begab sich der Chor zurück auf den afrikanischen Kontinent und sagte nach einem südafrikanischen Loblied auf die Mütter in einer der Sprachen Nigerias Danke.

Das Publikum seinerseits ließ die Hände sprechen und zollte so nicht nur der musikalischen Hingabe des Chores Respekt, sondern auch dem bis hin zum Outfit höchst stimmigen Abend.
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