Sparkassen-Förderstiftung unterstützt Kauf von 80 Büchern aus hebräischer Druckerei
Schatz am Ursprungsort halten

Reinigungsvorschriften behandelt das Beispiel des Talmuddrucks aus dem Jahr 1767, das (von links) Sparkassen-Vorstandsmitglied Alexander Düssil, Bürgermeister Michael Göth, Professor Ernst Rohmer, Stadtarchivar Johannes Hartmann und Sparkassen-Vorstandsmitglied Werner Dürgner hier zeigen. Bild: hfz
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
21.10.2016
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Gut 80 Bücher aus der früheren hebräischen Druckerei hat eine Sulzbach-Rosenberger Familie im Lauf von Jahrzehnten erworben. Sie wünscht sich, dass diese Sammlung an ihrem Entstehungsort bleibt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Beim Kauf dieser Bände bekommt die Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft Unterstützung von der Sparkassen-Förderstiftung Amberg-Sulzbach.

Wie der Geschäftsführer der Gesellschaft, Stadtarchivar Johannes Hartmann erläuterte, würde der Kauf die eigenen finanziellen Möglichkeiten bei weitem überfordern. Die Sammlung besitze einen Wert von ca. 30 000 Euro. Dazu fließt jetzt ein Zuschuss von 3600 Euro: "Mit der Förderstiftung der Sparkasse Amberg-Sulzbach möchten wir das regionale und gesellschaftliche Engagement vor Ort finanziell unterstützen", unterstrichen die Vorstandsmitglieder der Sparkasse, Werner Dürgner und Alexander Düssil, bei der Spendenübergabe.

Die Bedeutung der Sulzbacher hebräischen Druckerei, die von 1669 bis 1851 produzierte, scheine im 20. Jahrhundert etwas verkannt worden zu sein, rücke aber in jüngerer Zeit wieder mehr ins Blickfeld. So bezeichnete sie Ittai Tamari in einem Aufsatz 2009 als "eine der bedeutendsten hebräischen Druckereien Europas". Bürgermeister Michael Göth nahm im vergangenen Jahr an einer Ausstellungseröffnung in der Münchener Staatsbibliothek mit dem Titel "Von Sulzbach nach Tel Aviv" teil, wo es um hebräische Neuerwerbungen der Staatsbibliothek ging.

Die Bücher sollen im wechselnden Turnus in der ehemaligen Synagoge ausgestellt werden. Ernst Rohmer, Vorstandsmitglied der Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft und Professor an der Universität Regensburg, betonte das wissenschaftliche Interesse an dieser Sammlung. Die tolerante Religionspolitik des Pfalzgrafen Christian August und seines Regierungsmitglieds Christian Knorr von Rosenroth könne als eine Vorstufe der Aufklärung bezeichnet werden.
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