SRIMF-Studenten nehmen auch weite Reisen gern in Kauf
Lob für „fantastische Stadt“

Wiederholungs-Täter in Sachen SRIMF: Matthew Madonia fühlt sich mittlerweile in Sulzbach-Rosenberg schon fast wie zu Hause.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
12.08.2016
36
0
 
"In Florida ist es immer so heiß." Zitat: Ashley Wu stört der kühle Oberpfälzer Sommer nicht

Es sind vor allem junge Gesichter, die das Bild des Sulzbach-Rosenberg International Music Festivals (SRIMF) prägen. Aber was genau motivierte die überwiegend aus Übersee stammenden Talente eigentlich zu ihrem zweiwöchigen Aufenthalt in der Oberpfalz? Die SRZ hat nachgefragt.

Für die 13-jährige Ashley Wu aus Florida hat die Empfehlung ihres Geigenlehrers Leonid Yanovskiy den Ausschlag gegeben. Gemeinsam mit ihm arbeitet sie hier vor allem am musikalischen Ausdruck; immer mit dem Ziel, sich als Solistin wie als Ensemblemitglied weiterzuentwickeln.

Maxime: Spaß haben


Ihrem ersten Ausflug nach Europa blickte sie mit einiger Spannung entgegen, und auch vor ihrem ersten Auftritt im Rathaussaal hatte die Aufregung sie fest im Griff. Letztlich setzte sich bei der sympathischen Geigerin aber durch, was ihr Yanovskiy als Maxime empfahl: Spaß haben.

Mittlerweile hat Wu viele neue Freunde gefunden und genießt ihre Zeit inmitten der freundlichen und "farbenfrohen" Kulisse der Herzogstadt. Und sogar den kühlen Temperaturen und gelegentlichen Regenschauern kann sie etwas abgewinnen:"In Florida ist es immer so heiß."

Das SRIMF zieht aber nicht nur Musiker auf den unteren Stufen der Karriereleiter an, wie der 34-jährige Pianist Brian Grothues aus Texas beweist. Zu Hause liegt sein Schwerpunkt vor allem auf dem Unterrichten, beim SRIMF wechselt er dagegen mühelos die Seiten vom Lehrer zum Lernenden. Der gute Ruf des Festivals hat ihn hergelockt, um noch mehr über die Kunst der Musik zu erfahren und darüber hinaus am eigenen Spiel zu feilen.

Sein erster Eindruck von Sulzbach-Rosenberg und Regensburg bringt ihn ins Schwärmen von "wunderschönen Städten und freundlichen Menschen". Insofern stellte es für ihn auch keine besondere Herausforderung dar, vor einem komplett fremden Publikum in einem völlig fremden Land aufzutreten. Die Vorstellung, vor anderen Musikern, insbesondere Pianisten, spielen zu müssen, treibt ihn da deutlich mehr um.

Das mit der Fremdheit hat sich für den 26-jährigen Violinisten Matthew Madonia mit seiner SRIMF-Premiere im Jahr 2014 erledigt. Seither hält er dem Festival die Treue und hat sich zwischenzeitlich bis zum Konzertmeister der Festival-Akademie vorgearbeitet. Misha Quint und die gesamte Professoren-Mannschaft, all die "anderen wundervollen Musiker" und die "fantastische Stadt Sulzbach-Rosenberg" bewegen ihn immer wieder aufs Neue zur Reise über den großen Teich.

Doktorvater fehlt


Zu Hause in Texas brütet Madonia übrigens gerade über seiner Doktorarbeit, die die Musik der in den USA sehr bekannten Avantgarde-Komponistin Joan Tower zum Thema hat. Doktorvater ist der in Sulzbach-Rosenberg bestens in Erinnerung gebliebene Geiger und Dirigent Andrzej Grabiec. Dieser kann diesmal zwar krankheitsbedingt nicht mit von der Partie sein, sein Einfluss begleitet Madonia aber dennoch.

Ein weiteres junges, aber einheimisches Gesicht entdeckt man in der Festivalorganisation. Katharina Scharnagl hilft als Assistentin des Leiters Misha Quint unter anderem dabei, den täglichen Unterrichts-, Proben- und Konzertbetrieb am Laufen zu halten. Trotz der anstrengenden Tage vor und während des SRIMF macht ihr die Arbeit Spaß.

In Florida ist es immer so heiß.Ashley Wu stört der kühle Oberpfälzer Sommer nicht
Weitere Beiträge zu den Themen: Festival (52)SRIMF 2016 (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.