Stadtempfang zum Jubiläum "70 Jahre Heimatverein Birgland"
Rückbesinnung auf die Wurzeln

Bürgermeister Michael Göth (l.) gratulierte Franz Niebler (r.), dem Vorsitzenden des Birgländer Heimatvereins zum 70-jährigen Vereinsjubiläum.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
23.10.2016
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Befreundete Vereine, die auch aus Frankreich und Finnland angereist waren, gaben dem Empfang im Rathaus nahezu internationales Flair. Bilder: gf (2)

Ein hervorragender Repräsentant des Brauchtums über die Stadtgrenzen hinweg seien die Birgländer, so Bürgermeister Michael Göth am Samstag beim Empfang im Rathaus zum Jubiläum "70 Jahre Heimatverein Birgland". Außerdem würde der Verein Oberpfälzer Brauchtum nahezu in der ganzen Welt darstellen.

Gäste aus Frankreich und Finnland, der Patenverein und weitere befreundete Vereine füllten am Samstag den Rathaussaal, als Bürgermeister Michael Göth unterstrich, dass Brauchtum keine Hinwendung zur Vergangenheit sei, sondern vielmehr das lebendige Halten von Tradition und eine Rückbesinnung auf unsere Wurzeln, auf Heimat und Identität. Trachtenvereine würden an Tradition erinnern und mit ihrer Tracht, Mundart, Gesang, Musik und Tanz ein Stück Oberpfälzer Heimat verkörpern.

Über Grenzen hinweg


Göth zitierte den früheren SRZ-Redakteur Sepp Lösch, der beim 60-jährigen Jubiläum der Birgländer betonte, "dass Trachtler nicht im eignen Saft schmoren, sondern weltoffen seien und Freundschaften über Grenzen hinweg knüpfen würden". Kein Gezänk gebe es unter den örtlichen Trachtenvereinen, die gemeinsam etwa die Woizkirwa oder das Adventssingen organisieren würden. "Schauen Sie weiterhin nach vorne und bewahren sie Tradition und Brauchtum, damit das in Zukunft lebendig bleibt", so Michael Göth.

Franz Niebler, der Vorsitzende des Birgländer Heimatvereins meinte, dass sich der 1946 gegründete "Zitherclub Almrausch" Brauchtum und Tracht der Alpenländischen Region verschrieben hatte, bald aber erkannt worden sei, dass die Oberpfalz eigene Wurzeln in Bezug auf Tracht, Mundart, Gesang, Musik und Volkstanz hatte.

Hanns Binder hatte die Birgländer Tracht nach Vorlage alter Exemplare aus dem Raum Schwend wiederbelebt, die sogar bei einer Trachtenschau in Starnberg prämiert worden sei. Mitte der 50er-Jahre sei der Vereinsname in "Heimat- und Zitherverein Birgland", dann in "Heimatverein Birgland" geändert worden. Im Laufe der Jahre hätten sich verschiedene Musik- und Gesangsgruppen gebildet, von denen derzeit noch die Birgländer Musikanten, die Volkstanzgruppe, die Sängerinnen, die Stubenmusik, die Flötengruppe und der Seniorenstammtisch aktiv seien.

Seit Jahrzehnten gebe es Winteraustreiben, Woizkirwa, Kathreintanz, Adventssingen und Herbergssouch. Auch das Kneipenclubbing Birg aaf und Birg o werde immer beliebter. Erste Kontakte mit anderen Heimatvereinen habe es mit dem Unterillertalern aus Kempten gegeben, später mit der Tanzgruppe La Ronde de Chartes aus Chartes in Frankreich sowie der Volkstumsgruppe Laukkoski in Finnland, außerdem mit den Mildenseer Heimatfreunden sowie dem Heimat- und Trachtenverein Stamm, den Erz- und Eisenwalzerboum, dem Trachtenverein D'Ossinger aus Königstein und dem hiesigen Bergknappenverein.

Franz Niebler unterstrich, dass der Heimatverein Birgland mit seiner Oberpfälzer Folklore auch im Ausland bekannt sei. Reiseziele seien Frankreich und Finnland, selbst Japan und Korea sowie Dänemark, Südtirol, Österreich, Jugoslawien, Ungarn, Tschechien, Russland und Amerika gewesen.

UNO am Wertstoffhof


Beeindruckt zeigte sich Landrat Richard Reisinger, dass die Birgländer keinen verengten Blick in die Vergangenheit haben, sondern gegenwartsbezogen und kosmopolitisch mit internationalen Reisen und Partnerschaften "das Eigene erhalten und das Fremde kennenlernen". Zu den internationalen Gästen hier im Rathaus hätte der Bürgermeister gleich auch noch den UNO-Generalsekretär einladen können, aber der werde wohl gerade irgendwo auf der Welt einen Wertstoffhof eröffnen.

BuchvorstellungManfred Grädler, der Chronist des Heimatvereins Birgland, stellte sein Buch "Mit Volkstanz und Brauchtum um die Welt" vor, mit dem er gut 30 Jahre Wirken der Birgländer zusammengestellt hat. Musikalisch begleitet wurde der Empfang im Rathaus von der Birgländer Stubenmusik. (gfr)
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