Städtische Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg probt für das Jubiläumsmusical "Berta und ...
Zeitsprünge mit Bertha

Auf Schloss Alteglofsheim haben die Lehrer und Schüler der Städtischen Sing- und Musikschule intensiv geprobt, Regisseurin Sophia Ritz, Autor und Lehrer Michael Kämmle sowie die Musikschüler hatten aber auch viel Spaß. Bilder: cog (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
29.06.2016
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Michael Kämmle, Flötenlehrer an der SMS, schreibt das Jubiläumsstück "Bertha und der Kuchenteig".

Musik aus den unterschiedlichsten Epochen klingt durch die Säle und Gänge von Schloss Alteglofsheim, der Bayerischen Musikakademie. Schüler und Lehrer der Städtischen Sing- und Musikschule (SMS) proben für das Musiktheaterstück "Bertha und der Kuchenteig" zum Jubiläum der SMS.

Vor 60 Jahren wurde die SMS gegründet. Das muss gebührend gefeiert werden, und wenn die Musikschule feiert, dann mit viel Musik. Sitz der SMS ist das Schloss, ein geschichtsträchtiger Ort. Da lag es nahe, für das Jubiläum aus der reichen Historie der Herzogstadt zu schöpfen.

Einmalige Produktion


"Ich finde Sulzbach-Rosenberg toll, weil die Geschichte hier überall präsent ist", sagte Michael Kämmle, Flötenlehrer an der SMS und Autor des Jubiläumsstücks, "in dieser Geschichte ist unser Stück verwurzelt." Es ist also eine einmalige Produktion, die so nur hier möglich ist - für eine Musikschule ein anspruchsvolles und vor allem auch ungewöhnliches Projekt. Die SMS macht Musik aus verschiedenen Epochen, und solche Zeitsprünge bietet auch "Bertha und der Kuchenteig". Wichtige Momente der Stadtgeschichte werden in bunten Szenen dargestellt. Dabei ist jedes Bild unterschiedlich gestaltet. In einigen gibt es einen Dialog, in anderen wird nicht gesprochen. Die eine Szene ist realistisch gestaltet, die nächste verfremdet. Auch die literarische Ebene ist immer unterschiedlich. So hat Kämmle für die Eröffnung der Ostbahn 1859, bei der auch die Industrialisierung und die Maxhütte Thema sind, die Texte humoristisch, leicht kabarettistisch angelegt und teils im Dialekt geschrieben. "Ich habe mir die dichterische Freiheit genommen, auch Wilhelm Buschs Zeichnungen hier miteinzubeziehen", erläuterte der Autor. Die Bildergeschichte "Der Kuchenteig" wird sogar dargestellt.

Musikalische Ideen


Genauso vielfältig wie die Handlung ist die Musik. Als die Handlung in groben Zügen feststand, wandten sich Kämmle und die Regisseurin Sophia Ritz, die das Musical inszeniert, an die Lehrer der SMS und baten um musikalische Ideen. Kämmle ist mit der Resonanz zufrieden: "Alle Kollegen arbeiten mit der gleichen Begeisterung mit." So bekommt jede Szene ihre ganz eigene musikalische Prägung. Das ist fetziger Rock'n'Roll für 1956, das Gründungsjahr der SMS, mittelalterliche Klänge für die Herzogstochter Bertha, die nach Konstantinopel heiratet, aber auch wahre Kleinodien der Barockmusik, für die Kämmle verantwortlich zeichnet.

Am Hofe Herzog Christian Augusts wurde viel musiziert, und Kämmle - ausgewiesener Fachmann für Alte Musik - hat nach Stücken gesucht, die vor 350 Jahren schon hier erklangen. Nach fast schon archäologischen Exkursionen in Archive wurde er fündig und studiert jetzt mit seinen Schülern Werke von Johann Löhner und Pieter Meyer ein, die auch als Komponisten am Hofe des Herzogs wirkten. Teilweise ist aber nur eine Oberstimme erhalten, so dass Kämmle die anderen Stimmen ergänzte. Von Johann Christoph Zacharias Elsperger entdeckte er eine Handschrift von 1770 mit den Stimmen eines Flötenkonzerts. Seit dem 18. Jahrhundert wurde dieses Konzert nicht mehr gespielt, es ist also eine moderne Erstaufführung.

Atmosphäre inspirierend


"Wir haben viel Spaß und kommen gut voran", beschreibt der Autor, Komponist und Lehrer die Zusammenarbeit mit Regisseurin Ritz. Besonders freut er sich, wie enthusiastisch die Schüler bei den anstrengenden und zeitraubenden Proben mitmachen. So war das Wochenende in Alteglofsheim ein voller Erfolg. Die Ensembles und Solisten haben in der inspirierenden Atmosphäre der Musikakademie intensiv geprobt.

"Ganz herzlich möchte ich dem Förderverein danken, der die Kosten für diese fruchtbaren Tage komplett übernommen hat", fasste Kämmle zusammen, "dadurch sind wir unserem Ziel, mit ,Bertha und der Kuchenteig' die ganze Stadt zu begeistern, einen großen Schritt nähergekommen."
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