Stiber-Fähnlein lädt zum Altstadtfest ins historische Heerlager
Gedächtnis an den Herrscher

Die große Mittelalter-Tafel mit allen Gewandeten am Samstagabend erinnert an das Friedensmahl von anno 1504, mit dem die Belagerung Sulzbachs ein glückliches Ende fand. Bild: rlö
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
22.06.2016
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Schwerterklirren und Friedensmahl, Lebensfreude und Pest, kaiserlicher Glanz und Elend, Tanz und Handwerk, Musik und Feuerzauber - alle Facetten des mittelalterlichen Lebens bringt das große Heerlager des 40. Altstadtfestes auf dem Festgelände an der Stadtmauer zum Schillern.

Alles überstrahlend in diesem Jahr natürlich die Erinnerung an Kaiser Karl IV., den großen Förderer und Gönner der Stadt im 14. Jahrhundert. Ihm zu Ehren legt das Stiber-Fähnlein sogar eine Erinnerungsmedaille mit den Abbildern historischer Siegel auf.

Das bunte Mittelalter-Treiben Auf der Schanz öffnet heuer an allen drei Altstadtfesttagen ein Zeitfenster zu "700 Jahre Kaiser Karl IV." - mit Medaillenprägung, Urkunden und Siegeln, Dokumentenschau, Reliquien und szenischen Geschichten feiern die Gewandeten das Gedächtnis an den großen mittelalterlichen Herrscher aus dem Hause Luxemburg, der als deutscher Kaiser in Prag residierte und damals schon einen großen europäischen Traum realisieren wollte: Eine Landbrücke von Prag nach Luxemburg.

Treues Glied der Krone


Seine "Lande in Baiern" nannte Karl IV. Neuböhmen, und Sulzbach erhob er zum Verwaltungsmittelpunkt dieser Region. Eine Siegel-Inschrift belegt, welche Wertschätzung unsere Stadt bei diesem Herrscher genoss: "SVLZBACVM CORONA BOEMIAE FIDELE MEMBRVM - Sulzbach, treues Glied der böhmischen Krone". Heute noch ist das auch sichtbar an den Sulzbacher Wappenbildern in Stein, die in Prag einen Stadtturm und den Veitsdom auf dem Hradschin zieren.

Die Verantwortlichen des Stiber-Fähnleins haben keine Mühen gescheut, zum 40. Altstadtfest in Sulzbach-Rosenberg ein besonders abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Sie können dabei wieder auf die Unterstützung bewährter Gastvereine zählen.

So werden das Heerlager im Stadtgraben unter anderem die Dillnberch-Schlorcher vom Kulturverein Deberndorf (Patenkinder der Stiber) bevölkern, und mit ihnen die Heerschar zu Cadelspurgk, die Altdorfer Kroaten, die Holksche Horde, Cantus Ferrum aus Amberg, die Vilsecker Ritter von der Zarg, aus Kastl das Casteller Campus, die Mittelalterfreunde Neumarkt mit dem Pfalzgräflichen Gefolge, Manus Draconis Frombergensis aus Schwandorf, Spundloch aus Ingolstadt, der Rodinger Clan McDohl, Keltensonne - die Schmiede aus Hormersdorf, und der Verein Dreißigjähriger Krieg.

Farbenfroher Festzug


Am Freitag präsentieren sich die historischen Gruppen erstmals zur Altstadtfesteröffnung beim farbenfrohen Festzug vom Stadtturm zum Rathaus. Auf der Schanz beginnt das fröhliche Treiben gegen 19 Uhr, wenn die Spielleut von Ammenberg an der Weintaverne der Badestube ihre ersten Weisen anstimmen. Zum Auftakt wird Bürgermeister Michael Göth die erste "Kaiser-Medaille" prägen. Gegen 20 Uhr folgt ein Höhepunkt für Kinder, das Feuermärchen mit Ardere Lilium, ein Feuerspektakel speziell für Kinder. Um 21 Uhr öffnet sich das erste Zeitfenster in die Vergangenheit mit Geschichten um die Pest.

Am Samstag um 16 Uhr lenkt das zweite Zeitfenster den Blick auf Kaiser Karl IV. und seine Präsenz in Sulzbach, nach historischen Tänzen mit Laetissime Saltemus feiern ab 18 Uhr alle beteiligten Gruppen an der Mittelaltertafel, die an das Friedensmahl erinnert, mit dem anno 1504 die Belagerung Sulzbachs glücklich endete. Abends unterhält Schattenschweif mit mittelalterlichen Klängen, und ab 21 Uhr startet mit orientalischen Tänzerinnen das große Feuer-Spectaculum, seit Jahren der Publikumsmagnet schlechthin.

"Kaiser-Quiz"


Auch am Sonntag öffnet sich noch einmal um 14 Uhr das Zeitfenster "Sulzbach und der Kaiser". Gegen 16 Uhr erfolgt die Ziehung der Gewinner eines "Kaiser-Quiz", bei dem als Preise Medaillen in Silber und Kupfer sowie Bier vom "Brauvaricum" locken. Mit Musik von Schattenschweif klingt der Sonntag aus.

Rahmenprogramm und BewirtungRund uns Lagerleben wird auf der Schanz an allen drei Tagen "allerley Kurtzweyl" geboten, vom Märchenzelt bis zum Hexenzauber, von Handwerkskunst (Seiler, Fackelmacher, Seifensieder, Besenbinder, Korbflechter, Lederer, Säckler, Schmiede) bis zu Waffendrill, Schwertkampf und Tanz, von sportlichen "Knappen-Spielen" (am Sonntag Vormittag) bis zur Badestube, in der sich ganz Mutige abkühlen können. Die Marketendery bietet Met und Beerenweine, Zuckerwerk, Gewandung und Schmuck, die Stiber-Rüstkammer für Kinder, eine Mineralientombola und Informatives zu Ahnenforschung und Urkunden-Fertigung. Zur Stärkung haben die Besucher zum frisch gezapften Sperber-Bier die Wahl zwischen Stiber-Eintopf, Sau am Spieß, Bratwürsten und pikanten Broten, Kaffee und Kuchen. Als Besonderheit kredenzt das "Brauvaricum" mit Stefan Kalkbrenner und seinen Braugehilfen im Lager auf der Schanz heuer unter anderem ein echtes Mittelalter-Bier, ein Geschmackserlebnis jenseits des Reinheitsgebotes", ganz ohne Hopfen, dafür aber mit herben Kräutern und natürlichen Gewürzen eingekocht. (rlö)
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