"Tag des Bieres" mit Fingerhakel-Finale gefeiert
Dirndlschau als Schaumkrone

Kultur
Sulzbach-Rosenberg
26.04.2016
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In den Vorkämpfen unterlag Pascal Fischer (weißes T-Shirt) Michael Polster. Thomas "Jimmy" Gebhardt wachte über die Einhaltung der Hakel-Regeln.

Fingerhakel-Finale, Dirndl-Modenschau, heitere Geschichten rund um den Gerstensaft und ein Quiz: Mit diesen Zutaten würzte Bräu Christian Sperber den Festabend zum "Tag des Bieres", was das Publikum mit bester Laune quittierte.

An seinem höchsten Feiertag oblag es dem Diplom-Braumeister höchstpersönlich, auf das Jubiläum "500 Jahre Reinheitsgebot" näher einzugehen. Christian Sperber verwies darauf, dass am 23. April 1516 von den bayerischen Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. das Reinheitsgebot in Ingolstadt erlassen wurde. Diese neue Vorschrift war eine Reaktion auf viele Beanstandungen schlechter Biere, die mit allerlei Zutaten wie etwa Bilsenkraut, Tollkirschen oder Schlafmohn versetzt waren. Das gerne als erstes Lebensmittelgesetz der Welt angesehene Gebot legte im Kern fest, dass "in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen".

Brauer und Bäcker


Die Hefe, die für den Brauprozess wichtig ist, findet sich aber nicht im Reinheitsgebot, da ihre genaue Wirkung bei der alkoholischen Gärung noch unbekannt war. Dennoch zeigt sich, dass die Existenz der Hefen bekannt war darin, dass viele Bäcker entweder selbst auch brauten oder mit Brauern zusammenarbeiteten.

Neben bodenständigen, unverstärkten Klängen der Erlboch-Muse mit Bernhard Luber an der Diatonischen und Michael Haberberger am Horn sorgte Sepp Lösch mit heiteren und hintersinnigen Biergeschichten - meist in bester Oberpfälzer Mundart - für Kurzweil. Der Rosenberger Lokalpatriot ließ unter anderem wissen, dass das Bockbier von einem Oberpfälzer erfunden wurde und dass man an die Unterscheidung von Mensch, Vöich und Ochs durchaus philosophisch herangehen kann.

Während des gesamten Abends lief im Brauereigasthof zudem ein Bier-Quiz. Dabei galt es, fünf verschiedene Gerstensaftsorten einzig und allein am Geruch zu bestimmen. Für den weniger geübten Gast sicher eine ganz harte Nuss. Für weitere Auflockerung sorgten quasi als Schaumkrone Astrid Reyzl von der Schneiderei Reyzend mit einer Dirndl-Modenschau, die sechs Models professionell präsentierten, und das Fingerhakel-Finale (siehe Kasten).

Beste Laune, wahre Freude an Brauchtumsmusik und Oberpfälzer Mundart, aber auch an Alltag und Kultur unserer Altvorderen sowie am Angebot beim Sperber-Bräu spiegelten sich im guten Zuspruch am Tag des Bieres wider.

StadtmeisterschaftDen Titel des Fingerhakel-Stadtmeisters sicherte sich der vorjährige Vize Mathias Sörgel. Ihm folgten Michael Polster und Thomas Häckl auf den Plätzen. Für Pascal Fischer, Tommy Hartmann, Stefan Sehnke, Jürgen Urbanski und Bernd Makitta war schon bei den Ausscheidungen Endstation. Für den Sieger gab es neben 30 Liter Bier - gestiftet von Bräu Christian Sperber- auch noch den Ehrenteller der Stadt, den Bürgermeister Michael Göth überreichte. Der Zweit- und Drittplatzierte durfte sich über 25 bzw. 20 Liter Gerstensaft freuen. Nach Angaben des "Fingerhakel-Impresarios" Thomas "Jimmy" Gebhardt gab es bei den Kämpfen sehr viele Schwartenzieher. Hier traf es Michael Polster und Pascal Fischer besonders hart. (oy)
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