Tagung der Kirchenvorstände von St. Michael Poppenricht und St. Johannis Rosenberg
Bürokratie behindert Seelsorge

In der Gemeindeakademie Rummelsberg nahmen die evangelischen Kirchenvorstände von Rosenberg und Poppenricht intensiv gemeinsame Ziele in den Blick. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
22.03.2016
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Wo wollen die Pfarreien hin? Welche Schwerpunkte sollen sie bei der Gemeindearbeit setzen? Über diese Fragen haben die Kirchenvorstände von St. Johannis Rosenberg und St. Michael Poppenricht bei einer gemeinsamen Tagung in Rummelsberg diskutiert.

/Poppenricht. Zusammen mit Beraterin Tanja Rohse, Pfarrerin im Schuldienst, trugen die Spitzen und Kirchenvorsteher in der Gemeindeakademie zusammen, wo die Schwerpunkte in den vergangenen drei Jahren lagen, was gelang, was wichtig war. Zu den positiven Aspekten zählten sie die Kirchenmusik, Neubau und Einweihung des Pfarrhauses, die viel bessere Zusammenarbeit zwischen Rosenberg und Poppenricht, die Angebote für Familien und den Gemeindebrief.

Impulse gewünscht


Als schmerzhaft empfanden sie, dass ein Großteil der Arbeit im Kirchenvorstand von Verwaltungsaufgaben verschlungen werde. Sie wünschten sich hier mehr "geistliche Impulse". Ein seit "langen Jahren gepflegtes gutes Miteinander, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, vielfältiges und zuverlässiges Engagement von Ehrenamtlichen ist die Basis für die gute Arbeit der Gemeinde, zumal auch die Erfahrungen der Älteren im Sinne von Tradition und Kontinuität genutzt werden", hieß es unisono.

Nach der Analyse der Lage vor Ort und den damit verbundenen Herausforderungen klärten die Rosenberger und Poppenrichter Schwerpunkte der Gemeindearbeit und vereinbarten gemeinsame Ziele. So wurde eine übergreifende Zusammenarbeit bei Gemeindefesten vereinbart. Die Mitarbeitergewinnung und Stärkung des Gottesdienstbesuchs sollten außerdem ein permanentes Thema sein, war eine weitere Vorgabe, der Besuchsdienstkreis soll weitergebildet werden.

Besonders am Herzen lag den Kirchenvorstehern die Seelsorge. Sie bedauerten, dass "aus strukturellen Gründen der Pfarrer mit Verwaltungsaufgaben übermäßig belastet ist, die ihn von der Seelsorgearbeit abhalten". Ein weiteres wichtiges Thema war die Integration von Flüchtlingen. Schon jetzt engagiere sich die Gemeinde beim Kleiderladen und unterstütze professionelle Träger der Jugendhilfe wie das Ernst-Naegelsbach-Haus, wo unbegleitete Jugendliche untergebracht sind.

Die Kirchenvorsteher waren sich einig, dass die Gemeinden für den Fall, dass in ihrem Sprengel Flüchtlinge wohnen, sie ihnen "das Ankommen erleichtern, Geborgenheit vermitteln und den Asylsuchenden die Integration als Teil der Gemeinde ermöglichen wollen" - und zwar, wie Pfarrer Uwe Markert betonte, "auch gegen die Einstellung von Sturköpfen und Besserwissern".

HintergrundDie Johanniskirche Rosenberg hat sich nach 37 Jahren Amtszeit von Pfarrer Dr. Roland Gierth gewandelt. Sein Nachfolger Uwe Markert ist seit rund zwei Jahren im Dienst, muss sich aber damit zurechtfinden, dass seine zweite Pfarrstelle um eine halbe gekürzt wurde und außerdem zur Zeit unbesetzt ist. Die Kirchenvorstände, auch in Poppenricht, sind mittlerweile anders besetzt, neue Ideen treffen hier auf bewährte Arbeit. Diesen Prozess wollen die Gemeinden nach eigener Auskunft bewusst gestalten und gingen deshalb für ein Wochenende in Rummelsberg in Klausur. (cog)
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