Veranstaltungsreihe für einheimische Künstler
Region ans Mikrofon, bitte!

Der Bayerischer Rundfunk drehte auch schon in der Druckerei Seidel für die Reihe "Kultur in Bayern": Zielobjekt waren die Original Bauernsfünfer, die hier im Januar zweimal den Saal füllten.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
25.01.2016
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Diana Laden als regionale Künstlerin freut sich gemeinsam mit Organisator Peter Geiger, dass im Seidel-Saal neue Auftrittsmöglichkeiten geschaffen wurden. Bilder: Gebhardt (2)

Kultur kann eine Stadt gar nicht genug haben. Das dachte sich auch der Vorsitzende des Förderkreises Historische Druckerei Seidel, Peter Geiger, und konzipierte eine Veranstaltungsreihe für regionale Künstler. Bei der Bühnenwahl tat er sich nicht schwer - es fand sich ein passender Saal im Haus.

Sie ist ja in der ganzen Oberpfalz bekannt, die Kleinkunstbühne Historische Druckerei im Seidel-Saal. Ungezählte Größen der Kultur traten hier auf, man denke nur an Diknu Schneeberger, Martin Kälberer, Quadro Nuevo oder Michael Fitz - eben eine der besten Adressen in Nordbayern.

Seit Juni 2014 ist Peter Geiger der neue Vorsitzende des Förderkreises. Er hatte die Idee, eine eigene Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen, bei der vor allem regionale Künstler berücksichtigt werden sollen. Sie ist schon angelaufen und brachte, genau wie die "großen" Termine, beachtliche Erfolge - man denke nur an die beiden ruckzuck ausverkauften Auftritte der Original Bauernsfünfer im Januar. "Bisher", erklärt Geiger im Gespräch mit der SRZ, "hatten sich die Termine im Seidel-Saal hauptsächlich um die Reihe mit der Kulturwerkstatt gedreht." Die Zusammenarbeit mit Fred Tischler von der Stadt bezeichnet Geiger übrigens als hervorragend und sehr von Kollegialität geprägt: "Wir bekommen Unterstützung, organisatorische und technische Tipps von der Stadt."

Er sieht das neue Standbein auch als wichtige Stütze bei der Finanzierung des Projektes: "Jedes Jahr schießen wir vom Förderkreis dem Trägerverein rund 6000 Euro zu, obwohl wir nur 4200 Euro Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen haben", rechnet der Organisator vor.

Unterhalt verdienen


Deswegen stehe der Förderkreis vor der Aufgabe, jedes Jahr rund 2000 bis 3000 Euro zusätzlich zu beschaffen. Ziel sei es, die laufenden jährlichen Kosten der Kleinkunstbühne selbst zu tragen: "Da kam mir die Idee, die Bühne selbst zu bespielen und für regionale Künstler zu öffnen." Die Catering-Frage war schnell geklärt, zwei- bis dreimal im Jahr übernimmt der Förderkreis sogar selbst die abendliche Versorgung der Gäste. Klassik, chilenische Musik und anderes kam bereits gut an. Für 2016 hat Geiger schon einige Konzerte festgemacht.

Blue Heat als nächstes


Nächster Termin ist der Auftritt von Blue Heat feat mit Diana Laden am Freitag, 19. Februar. Die Sulzbach-Rosenbergerin spielt mit ihrer Band mitreißenden Blues, Jazz und Soul bisher hauptsächlich im Nürnberg-Forchheimer Raum, trat aber auch schon zweimal in der Herzogstadt auf. Sie begleitete den Vorsitzenden beim Pressegespräch und freute sich als Musikerin darüber, dass hier eine neue Auftrittsmöglichkeit geschaffen wurde. "Heimspiele sind immer tolle Abende!"

Geiger organisiert auch noch andere Sachen: Heimatgeschichtliche wissenschaftliche Vorträge etwa wie vor einiger Zeit beim Pamler. Hier kommen heuer die Mitglieder des Historischen Vereins Amberg in die Herzogstadt.

Preise im Rahmen


Wichtig sei, so betont Peter Geiger, dass die Ticketpreise sich im erschwinglichen Rahmen bewegen. Da nur 130 Besucher zugelassen sind, gestaltet sich die Kalkulation nicht immer einfach. Aber bei Blue Heat etwa sind zwölf Euro realistisch (Vorverkauf über nt-ticket.de).

"Interesse ist da, es bewegt sich etwas!", bilanziert Geiger abschließend und freut sich über die Unterstützung von allen Seiten. Denn der Grund für die viele Arbeit ist allen gemeinsam: "Uns liegt das Wohl der Bühne am Herzen." (Vorschau)

VorschauEinige Termine für 2016 auf der Kleinkunstbühne Seidel-Saal sind inzwischen schon festgezurrt, aber das Programm ist durchaus noch ausbaufähig und wird immer mehr erweitert:

Freitag, 19. Februar, 20 Uhr: Blue heat feat. Diana Laden

Donnerstag, 21. April, 20 Uhr: Mundart-Lesung mit Dieter Radl, Umrahmung "tri Hudebnice"

Samstag, 23. April, 20 Uhr: Duo Orphée - Judith und Andreas Kucharski

2. Halbjahr: Jo and the Dudes Jazz-Abend: Bock auf Jazz (ge)


Nur her damit
Angemerkt von Joachim Gebhardt

Vom Stahl zur Kultur: Unsere Stadt machte einen tiefgreifenden Wandel durch in den vergangenen Jahren. Vor allem der Kultursektor blühte auf. Ein Großteil dieses Verdienstes gebührt der Kulturwerkstatt und Fred Tischler mit seinem attraktiven Programm. Es gibt aber auch Pflänzchen, die quasi neben dem Mutterbaum emporwachsen und mit diesem in Symbiose leben.

Die Initiative des Förderkreises um Peter Geiger ist so eines. Still und heimlich etabliert sich hier eine Schiene, die einheimische Künstler auf die Kleinkunstbühne bringt. Und das ist auch gut so. Schließlich braucht sich unsere Szene nicht zu verstecken. Der Saal ist besser ausgelastet, der Förderkreis verdient Geld, Zuschauer und Künstler freuen sich. Das nennt man eine Win-win-win-Situation!

joachim.gebhardt@zeitung.org

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