Violinistin Martina Eisenreich und der Akkordeon-Virtuose Andres Hinterseher im Seidel-Saal
Geschichten aus der Geige

Kultur
Sulzbach-Rosenberg
26.10.2016
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Ihre Musikinstrumente erzählten Geschichten, Emotionen wurden lebendig: die Violinistin Martina Eisenreich und der Akkordeon-Virtuose Andres Hinterseher gastierten im Seidel-Saal. Für die begeisterten Fans dieses musikalisches Genres war dieser Abend ein grandioser Festschmaus.

Seit gut zehn Jahren existiert dieses außergewöhnliche musikalische Duo Eisenreich und Hinterseher. Er hatte eine Kinderlieder-CD "Sternschnuppen" mit ihr gehört und gleich Kontakt aufgenommen. Dies war die Geburtsstunde eines kongenialen Duos, das die Musik liebt und lebt.

Kultureller Hintergrund


Seit dieser Zeit sind sie auf der "Rois", mit einer Mischung aus Walzer, Tango und Filmmusik, frei interpretiert und mit verschiedenen musikalisch-kulturellen Hintergründen. Die 35-jährige Violinistin arbeitet als Filmkomponistin (Soundtracks zu "Nimmermehr" oder "Milan"), Musikproduzentin und Dozentin.

Sie brachte ihre Geige ebenso wie ihr Partner sein Akkordeon mit geschlossenen Augen zum Leben, zum Weinen, Kreischen, Schluchzen ebenso wie zum Atmen oder Pulsieren: Die Finger huschten beständig über Saiten und Tasten, die Instrumente bekamen eine Seele. Geschichten erzählte aber nicht nur die Musik, sondern auch das Duo, vor allem mit Hinterseher, der nach einem Ausflug in das Land des Tangos zum Auftakt den "Dritten Mann" entschuldigte, der für Schlagzeug und "Tschingderassabumm" zuständig sei, aber wegen eines Elternabends in einem hiesigen Kindergarten erst später dazu stoßen würde.

Der Künstler schwadronierte über eine glückliche Vergangenheit und Zukunft und ließ die Gegenwart mit einem selbst komponierten Walzer aufleben. Getragen die Filmmusik zu "Heinrich IV", danach wartete ein sehr eigenwillig interpretierter und instrumentierter Tango auf die Fans. Der Geist von Peter Kreuder wehte anschließend beim Schlager "Du gehst durch alle meine Träume" durch den Konzert-Saal. Der Geigenbogen lief heiß, und Hinterseher zelebrierte sein Akkordeonspiel bei weiteren musikalischen Intermezzi, ehe das Publikum mit einem schmissigen Lied von Django Reinhardt in die Pause entlassen wurde.

Im Dromedar-Sattel


Im zweiten Teil ließ Andreas Hinterseher in die Gedanken eines jungen Menschen blicken, der auf einer kleinen Insel lieber Postbote als Fischer werden wollte und wie ihn die Wirtin des einzigen Lokals immer beim Kickern austrickste - garniert mit einem Tango. Dann luden die Musiker zur Gattungsform der Travellationsreise nach Tunesien ein, als sie auf den Dromedaren Helmut und Shakira über den Strand trotteten. "Der dritte Mann", Wolfgang Lohmeier, war zwischenzeitlich auch vom Elternbeirat eingetroffen und bearbeitete die Rhythmusinstrumente: In der Tat konnte der Besucher benannte beweglichen Strandschaukeln spüren.

Hinterseher nahm die Zuhörer anschließend mit auf eine Reise quer durch den Balkan - diese Tour endete mit einer "wilden Goaßbock-Musik". Lohmeier zog anschließend alle rhythmischen Register. "Wir sind eigentlich ein Trio und die bayerische Abspaltung der Kelly Family", führte Hinterseher in weitere Geheimnisse ein. Die Künstler hatten Sulzbach-Rosenberg beeindruckt, was auch die stürmisch geforderten Zugaben dokumentierten.
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