Von der Aktion "Stadtmauer" zum Altstadtfest
"Neues Stadtbewusstsein"

Diesen Schnappschuss kürte die Jury zum Sieger-Bild des Fotowettbewerbs, den die Tourist-Information zum 40. Altstadtfest veranstaltet hatte. Das Bild stammt von Reinhold Werner aus Edelsfeld. Es zeigt seinen fünfjährigen Sohn Marco, wie er beim Altstadtfest im Jahr 1983 auf dem Luitpoldplatz durch den Bambini-Kettcar-Parcours der Sparkasse unter der Aufsicht von Valentin Knarr düst. Bild: Werner
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
17.06.2016
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Als Vorbild diente die großangelegte 900-Jahr-Feier 1926. Fünf Jahrzehnte später gab es nach zähem Ringen wieder ein großes Stadtjubiläum. Besonnene Bürger legten damit 1976 den Grundstein für nunmehr 40 Altstadtfeste. Genau in jener Zeit, als Sulzbach-Rosenberg eine schwere Niederlage zu verdauen hatte.

"Sicher hat auch etwas Neid auf Amberg mitgespielt, wo 1975 das erste Altstadtfest gefeiert wurde", weiß Altbürgermeister Gerd Geismann, der damals als stellvertretender Hauptamtsleiter in alle wichtigen Entscheidungsprozesse mit eingebunden war. Dass etwas gemacht werden sollte, sei vielen klar gewesen, nur nicht die Form. Es gab Überlegungen, die Aktion "Stadtmauer" des Kaufhauses Storg auszuweiten, oder die Beteiligung am Bochfest mit Belebung des Heimatspiels.

All das mündete in ein erstes "Mini-Altstadtfest" am 2. August 1975, das parallel zur Bochkirwa und mit Beteiligung des Kaufhauses Storg aufgezogen wurde. Wie damals in der SRZ am 19. Juli zu lesen war, sollte dabei unter anderem Bürgermeister Hans Göth als Hauptattraktion mit Orangen aufgewogen werden. Der Erlös daraus käme der "Aktion Stadtmauer" zugute.

Zuerst "Folkloretage"


Daraus wiederum kristallisierte sich schließlich die große 950-Jahr-Feier mit den "Folkloretagen" vom 25. bis 27. Juni 1976 heraus. Hierbei halfen zahlreiche Vereine, die Werbegemeinschaft, die Geschäftswelt, Stadtverwaltung, Kommunalpolitik und Kulturschaffende tatkräftig mit. "Es gab damals wirklich ein gutes überparteiliches Zusammenwirken mit allen Beteiligten, was sicher mit zum großen Erfolg beitrug", gab sich Geismann überzeugt.

Der Altbürgermeister sah im Bestreben, ein solch großes Fest aufzuziehen, auch eine gewisse Gegenreaktion zum Verlust des Landkreissitzes, den Sulzbach-Rosenberg endgültig am 23. Januar 1976 per Gerichtsurteil zu verkraften hatte. In der SRZ ist dazu in einer Rückschau auf den Stadt-Geburtstag folgendes zu lesen: "Die erfolgreiche Abwicklung der 950-Jahr-Feier ist nach den Worten Max Ottmanns ein Zeichen dafür, dass der erlittene Schlag im Zusammenhang mit der Gebietsreform in Sulzbach-Rosenberg anscheinend neues Zusammengehörigkeitsgefühl und Stadtbewusstsein gebildet hat".

Vorausschauend stellten die Organisatoren schon vor 40 Jahren die Weichen so, dass die Folgegeneration auf ein gut funktionierendes Fest-Konzept bauen konnte. Demnach war eine Festmeile abgesteckt, die an drei Tagen durchgehend vom Storg-Kreuz bis zur Einmündung des Philosophenwegs in die Nürnberger Straße reichte. Eine riesige Fußgängerzone also, um welche die Stadt während der Festtage bis heute immer wieder beneidet wird.

Bis heute unverändert


Und auch die nach wie vor unveränderte Intention der vormaligen Macher dokumentierte die SRZ in der Vorschau auf das Festprogramm 1976: "Die Folkloretage Ende Juni sind gedacht als ein großes dreitägiges Bürgerfest, als Tage der Begegnung, der Unterhaltung und der Freude an folkloristischen Darbietungen, Musikbeiträgen usw."
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