Weihnachtskonzert der Städtischen Sing- und Musikschule
Musik blendet die Hektik aus

Es muss nicht immer Weihnachtliches sein: Die Solistinnen Anna Rösch (vorne Mitte) und Simone Weiß (vorne rechts) bewiesen zusammen mit Richard Huberts Jugendorchester, wie viel festliches Potenzial in Vivaldi steckt.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
16.12.2015
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Zur Freude ihres Lehrers Andreas Fischer beeindruckte Tanja Gebhardt mit einem feinsinnigen Bach-Präludium. Bilder: aks (2)

Warum warten, bis die Päckchen unter dem Tannenbaum liegen? Die Städtische Sing- und Musikschule (SMS) beschenkte das dicht gedrängte Publikum in der Christuskirche schon zum dritten Advent mit eineinhalb Stunden Entspannung, Unterhaltung und jeder Menge Musik vom Feinsten.

Damit erfüllten die zahlreichen Mitwirkenden auch einen Wunsch von Pfarrer Wolfgang Bruder. In seiner Begrüßung sagte dieser der momentan grassierenden Hektik "den Kampf an", was "besonders gut bei schöner Musik gelingt". Sprach's und überließ den Altarraum Franz-Xaver Reinprechts Multi-Chor, der erst mit den Midis den "Jingle bells"-Schlitten in Fahrt brachte und dann mit den Maxis das Kindlein zu "When a Baby is born" sanft wiegte.

Internationale Klänge


Dass sich Weihnachten auch mit unbändiger Lebensfreude Bahn brechen kann, bewies das tansanische "Salamu Mama Maria", das wiederum in einer vom Pathos befreiten Version des englischen Lied-Klassikers "In the bleak midwinter" mündete. Nachdem Felicitas Groth und Lukas Wagner den Sprung zum barocken Konzertabschnitt mit adventlicher Lyrik und erhellenden Informationen überbrückt hatten, verbreitete Michael Kämmle (Cembalo, Orgel) mit Annika Haller, Zoe Leach (Blockflöten) und Tanja Gebhardt (Gitarre) sowie mit Anna-Lena Schmidt, Emma Löffler, Felicitas Groth (Blockflöten) und Jessica Schmid (Cembalo) barocke Eleganz.

Gestenreich untermalte der Midi-Chor seine drei Beiträge "Endlich sehe ich das Licht", "Lausche in die Nacht" und "Sind die Lieder angezündet". Der ebenfalls von Sylvia Schulz geleitete Maxi-Chor schloss daran beschwingt "This little light of mine", "The virgin Mary had a baby boy" und ein feingliedriges "When you believe" an.

Bandbreite der Gitarre


Noch zarter besaitet wurde es mit Tanja Gebhardt, die Bachs Präludium D-Dur in einer meditativen Gitarren-Bearbeitung darbot. Die Bandbreite ihres beliebten Instruments zeigten Tatjana Hubert und ihre Cello-Schüler Simone Weiß, Anna Rösch, Sebastian Stoiber, Katrin Drescher, Ursula Dümmler mit einer Händel-Sarabande und einem modernen "Unterbrochenen Walzer".

Eine tänzerische "Gigua" des von Richard Hubert geleiteten, von Gabriele Werner pianistisch unterstützten Geigenensembles spannte den Bogen vom Instrumentalen zum nachfolgen Vokalen. Zusammen mit dem Maxi-Chor präsentierte das Ensemble "Herznote" den berühmten Ohrwurm "Adiemus" von Karl Jenkins, Mendelssohn-Bartholdys "Hebe deine Augen auf" aus dem Oratorium "Elias" und Bachs "Air" in so erfrischenden wie sensiblen Versionen.

Das von Richard Hubert geleitete Jugendorchester verließ das weihnachtliche Fahrwasser, um mit Vivaldis Concerto für Violoncello und Orchester (Solistinnen: Simone Weiß und Anna Rösch), einem Best-of-Andrew-Lloyd-Webber-Medley und dem Filmmusik-Hit "Forrest Gump Suite" die Zuhörer restlos zu begeistern. Die Kurve zurück zum Adventssonntag gelang mit einem opulenten, weil mit allen Mitwirkenden besetzten "Adeste fideles", bei dem auch das Publikum endlich seiner aufgestauten Freude an Musik und Gesang freien Lauf lassen konnte.
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