Weltmusiker Adjiri Odametey mit Band auf der Bühne im Seidel-Saal – Frenetischer Applaus des ...
Nicht um alle irdischen Kleinigkeiten sorgen

Mit seiner warmen, erdigen Stimme verzauberte der Ghanaer Adjiri Odametey (Bildmitte) zusammen mit seinen beiden Musikerkollegen aus Westafrika das Publikum in Sulzbach-Rosenberg. Bild: bba
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
18.10.2016
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"Wenn ich keine Lust habe, die Kora zu spielen, dann nehme ich einfach ein paar Saiten und gehe angeln", erklärte der Weltmusiker Adjiri Odametey bei seinem Debütkonzert in der Herzogstadt seinen begeisterten Fans. Eine andere Kultur, ein anderer Lebensweg und originäre Musik, die einen Einblick in die Denkweise und geniale Musikalität des westafrikanischen Landes Ghana gab.

Über 20 Instrumente


Die Wurzeln von Odametey und seiner "Big Band", wie er die beiden Kollegen fröhlich lächelnd bezeichnete, lagen in der musikalisch sehr reichen Heimat Westafrikas. Die Zuhörer wurden mit dieser besonderen Form der Weltmusik der realen Welt entrückt: Der Protagonist und seine Band verzauberten sie mit ihrer Musik: ausdrucksstark, melodiös, leidenschaftlich und authentisch. Der 53-jährige Sänger und Songwriter hatte mit seinen musikalischen Partnern auf der Bühne im ehrwürdigen Seidel-Saal als Multiinstrumentalist der Weltmusik eine breite Palette von über 20 Instrumenten aufgebaut: Das reichte von der Gitarre über die Daumenklaviere Mbira und Kalimba bis hin zur Kora (afrikanische Harfe), dem Balafon, dem Bongod und dem Kpanlogo sowie zu vielfältigen Percussionsinstrumenten. Diese Verbindung von nicht alltäglichen Instrumenten war ein großer Mosaikstein für einen exzellenten Abend.

Von Zimbel getragen


Der begann mit einem getragenen Lied, das durch die unverwechselbare Musik, die sonoren und sehr hingebungsvollen Stimmen, Gitarre, Zimbel und Triangel zum ersten besonderen Erlebnis mutierte. Mit Bongos, Cajon und Trommeln fesselte die Zuhörer dann der "schmissige" Rhythmus dieser Spezies der Weltmusik. "Don't worry", hieß das nächste Stück, in dem die Musiker das von einer Zimbel getragene Lied als Aufruf verstanden haben wollten, sich nicht um alle möglichen irdischen Kleinigkeiten zu sorgen, denn alles werde gut. Ein Lied für Verliebte ("Song for lovers") durfte im Programm natürlich nicht fehlen.

Die immer schwungvolleren Melodien animierten das Publikum zum Mitwirken und Odametey machte die "neuen Fans" mit afrikanischen Instrumenten vertraut: Der Savannen-swing wurde begleitet von einem sonderbaren Instrument, dem als Resonanzkörper eine Art Kürbis diente und der mit zwei Fingern auf Saiten gespielt wurde, hergestellt aus Angelschnüren. Dazwischen baute die Band instrumentale Lieder ein, die Texte der anderen Songs beschäftigten sich mit einem neuen Tag, von dem man nie weiß, was er bringt und der Freude am Leben ("Matu"), mit Auswegen aus schwierigen Lebenslagen ("Eeba") oder der Frage nach dem Ursprung des Seins: "Wo komme ich her und wo gehe ich hin."

Wie fliegende Hände


"It will be loud", eröffnete der Ghanaer den zweiten Teil des Abends, bei dem das Bespielen der Rhythmusinstrumente den Eindruck von fliegenden Händen hinterließ. Wiederholt brandete frenetischer Applaus auf, der spürbar machte, dass die drei sympathischen musikalischen Kulturträger ihrer Heimat in der Herzogstadt gewaltig angekommen waren. Die folgende Mitmachshow zog alle in den Bann. Nach den Zugaben wollte der Beifall nicht mehr enden.
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