Zweites "SRIMF"-Meisterkonzert in Sulzbach-Rosenberg begeistert mit viel Gefühl und Talent
Licht und Freude in die Seelen der Zuhörer gezaubert

Misha Quint überzeugt mit vier kurzen Stücken, die er auf seinem Cello zaubert. Begleitet wird er von der Pianistin Marina Primachenko. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
13.08.2016
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Streicher, Pianisten und Gesang: Das zweite Meisterkonzert der Professoren lässt keine Wünsche offen. Gleich welche Besetzung, die Meister bei SRIMF (Sulzbach-Rosenberger International Music Festival) bieten ihrem Publikum immer hohen Genuss, und das sage und schreibe über drei Stunden lang. Das Programm ist vielfältig. Es ist unmöglich, den Künstlern auf so knappem Raum wirklich gerecht zu werden. Schon der Auftakt ist vielversprechend. Sophia Gilmson spielt mit ausdrucksstarker Dynamik in einer geradezu romantischen Interpretation Johann Sebastian Bachs "Goldberg Variationen".

Klug und expressiv


Verunsicherung und Suche bis hin zu reinem Glück - all das drückt Leonid Yanovskiy aus, als er Johannes Brahms "Sonate für Violine und Klavier" spielt. Vollendet schön ist der Klang, expressiv und tiefgründig die Gestaltung. Eine weitere Brahms-Sonate spielt Elisa Kohanski auf dem Cello. Ihre aufwühlende Leidenschaft spricht direkt zum Herzen. Die Mezzosopranistin Mary Catherine Moroney beeindruckt mit Richard Wagners "Wesendonck-Liedern", die Violinistin Anca Nicolau verzaubert mit einer Beethoven-Sonate. Wunderbar ist Misha Quint. Vier kurze Stücke hat er seinen Zuhörern mitgebracht. Jedes ist anders und auf seine eigene Weise schön. Da gibt es ein radikales, dissonantes Stück, ein anderes lebt von Quints herrlich singendem Celloklang, eines ist lieblich und gefühlvoll. Das letzte schließlich, Nikolei Rimski-Korsakows "Hummelflug" spricht den Humor des Publikums an. Quint Finger fliegen über die Saiten, lassen sie flirren und so das pelzige Insekt lebendig werden. Das Tierchen scheint nervös, fliegt scheinbar ziellos hin und her, bis es sich schließlich auf einer duftenden Blüte niedersetzt, sorgfältig von Quint mit Tönen gemalt. All diese Musiker werden einfühlsam von Marina Primachenko auf dem Flügel begleitet. Die Pianistin bleibt im Hintergrund, zeigt aber in ihren kurzen solistischen Passagen ihre Klasse.

Scheinbar hemmungslos


"SRIMF" ist ein Paradies der Saiteninstrumente. Das beweisen Inga Kroll und Elisa Kohanski mit Erwin Schulhoffs leidenschaftlichem "Duo für Violine und Violoncello". Das Stück stellt Höchstanforderungen an die Technik der beiden Musikerinnen, die es in leuchtenden Farben erstrahlen lassen. Vorwärtsdrängend, scheinbar hemmungslos, dabei aber immer durchdacht und mit Sorgfalt gestaltet ist die "Zingaresca", der zweite Satz entfaltet einen suggestiven Sog. Das Cello treibt mit hartem Rhythmus voran und lässt dabei den Zuhörern kaum Gelegenheit zum Atem holen .

Drei Klaviersolisten runden den Abend ab. Geschmeidig und elegant interpretiert Etsuko Terada Frédéric Chopins "Ballade Nr. 4". Kikuo Watanabe zeigt mit Franz Liszts "Funerailles" die düstere Seite der Musik. Mit Klängen malt er unausgesprochene Konflikte, widerstreitende Gefühle, aber auch Versöhnung und neu erwachende Hoffnung nach dem Verlust.

Im Kontrast dazu stehen zwei Stücke von Fanny Hensel, die Chenny Gan spielt. Diese beiden Kompositionen der Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy wurden erst kürzlich veröffentlicht und waren eine echte Entdeckung. "Juni" aus "Das Jahr" ist heiter und lieblich. Die Melodie schwebt mit sanften Schwingen und zaubert Licht und Freude in die Seelen der Zuhörer.

Der Flügel singt und klingt, es ist einfach wunderschön. "Saltarello romano" sprudelt und funkelt vor musikalischem Einfallsreichtum, und Gan lässt dieses Feuerwerk für die Konzertbesucher leuchten. Das Publikum feiert die Künstler mit begeistertem Applaus, stehenden Ovationen und Blumen. Das letzte "SRIMF"-Konzert des SRIMF ist heute Abend - das große Finale: Das Festivalorchester spielt um 19.30 Uhr in der Christuskirche.
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