34-jähriger Dealer gesteht und erhält Bewährungsstrafe
Kripo schickt V-Leute zum Drogenkauf

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.11.2014
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Er handelte mit dem Dopingmittel Testosteron und verkaufte 150 Gramm Kokain. Dass ein 34-Jähriger aus dem Landkreis dennoch mit Bewährung davonkam, hatte er einem umfangreichen Geständnis zu verdanken. Bei seinen Rauschgiftgeschäften war er völlig ahnungslos an V-Leute der Ermittlungsbehörden geraten.

Wie kam ein bis dahin unbescholtener Mann dazu, sich auf kriminelle Wege zu begeben? Eine Frage, die das Schöffengericht in Amberg intensiv beschäftigte. Doch restlos zu klären war das nicht. Dafür aber wurde von dem 34-jährigen Landkreisbewohner nahezu lückenlos das bestätigt, was ihm Staatsanwältin Michaela Frauendorfer vorhielt.

In Sulzbach-Rosenberg betrieb der Angeklagte einen offenbar schwunghaften Handel mit insgesamt 70 Ampullen des flüssigen Dopingmittels Testosteron. Die kleinen Glasbehälter, für 14 Euro erhältlich, stammten wohl aus München. Sie gingen an Bodybuilder und Ausdauersportler. Nach dem Arzneimittelgesetz war der Verkauf unter Strafe gestellt.

Kokain an Polizei verkauft

Heuer im Januar begann der 34-Jährige damit, Kokain zu dealen. Er kaufte es bei einem erst vor wenigen Tagen zu längerer Haftstrafe und Drogenentzug verurteilten Amberger Unternehmer und gab insgesamt 150 Gramm (Richter Markus Sand: "Eine doch sehr stattliche Menge") weiter an Leute, die er so genau nicht kannte. Diese "Kunden" waren V-Leute der Kripo, die auf den ahnungslosen Mann angesetzt worden waren. Auf dem Parkplatz eines Amberger Supermarktes klickten im März die Handschellen. Zum Preis von 7500 Euro hatten 100 Gramm Kokain den Besitzer gewechselt.

Er nennt seinen Lieferanten

Bei zwei von insgesamt drei illegalen Kokaingeschäften war das Rauschgift von dem Beschuldigten gestreckt worden. Warum machte er das? Auch dazu gab es eine Antwort. Der Mann hatte nach den Ankäufen einen Teil der heißen Ware für sich abgezweigt, weil er selbst zu diesem Zeitpunkt kokainabhängig war. "Jetzt nicht mehr", wie er wissen ließ.

Ohne sein Geständnis wäre der Angeklagte für längere Zeit eingesperrt worden. Hinzu kam, dass er Angaben zu seinem Lieferanten gemacht hatte. "Das muss man ihm anrechnen", sagte Frauendorfer. Sie beantragte zwei Jahre auf Bewährung und wollte 300 Arbeitsstunden verhängt wissen. "18 Monate reichen aus", hielt Verteidiger Jürgen Mühl entgegen und forderte eine Geldauflage für seinen angeblich von 400 Euro monatlich lebenden Mandanten. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Haft mit Bewährung, der 34-Jährige muss außerdem 150 Arbeitsstunden ableisten.
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