39-Jähriger wird weiter untergebracht - Landgericht Amberg bleibt keine andere Wahl
Nach Gewaltausbrüchen in Psychiatrie

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
10.12.2014
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Die Erste Strafkammer des Amberger Landgerichts war zwei Tage lang intensiv um Aufklärung bemüht. In zweierlei Hinsicht: Sie musste die einem 39-Jährigen angelasteten gewalttätigen Übergriffe beleuchten und sorgfältig prüfen, ob dieser psychisch so krank ist, dass er der Unterbringung in einer Forensik bedarf.

Zwei Tage wurde um die Entscheidung gerungen. Dann stand fest: Der Mann leidet unter einer Schizophrenie. Der Nürnberger Psychiater Thomas Lippert bestätigte dies der Ersten Strafkammer, wobei sich auch verdeutlichte, dass der 39-Jährige auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen ist. Würde er das in Freiheit tun? Diese Frage wurde im Verlauf des Verfahrens verneint.

Von dem Mann gehe die fortdauernde Gefahr weiterer Straftaten aus, hatte Staatsanwalt Daniel Gold zu Beginn des Prozesses festgestellt. Dabei stützte sich der Anklagevertreter auf gewalttätige Übergriffe des Mannes, die in Sulzbach-Rosenberg stattfanden.

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes soll der Angeklagte in jähem Zorn mit einer gefüllten Plastikflasche nach seiner Lebensgefährtin geworfen haben. Ihm wurde ferner vorgehalten, dass er die 42-Jährige in der gemeinsamen Wohnung an den Haaren packte und ihren Kopf wiederholt gegen eine Zimmerwand stieß. Die Frau ist ihm bis heute eng verbunden. Sie versuchte während der Verhandlung, ihren Freund in Schutz zu nehmen und bat die Richter weinend, ihn ihr zurückzugeben.

Ihre Darlegung: Vergeben, vergessen und alles, was sich da ereignete, seien eher untergeordnete Begebenheiten im Zusammenleben eines Paares. Auch, dass der 39-Jährige am Tag nach der Auseinandersetzung die Wohnungstür eintrat.

Schon zu diesem Zeitpunkt hatte sich angedeutet, dass die erbetene Rückkehr dauern kann. Womöglich sehr lange. "Sie müssen begreifen, dass er krank ist", sagte die Kammervorsitzende Roswitha Stöber zu der Frau.

Doch damit stieß sie auf Unverständnis. Jetzt muss die Frau Geduld haben. Auf Weisung der Ersten Strafkammer des Landgerichts kam der 39-Jährige zurück in die Psychiatrie. Dort hatte man ihn hingebracht, als die Gewalttätigkeiten bei den Behörden bekannt geworden waren, und da wird er nun auch bleiben. Eine andere Wahl, als die dauerhafte Unterbringung des Schizophrenie-Kranken, hatten die Richter nicht.
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