Ab Montag passt's wieder

Mit den Fahrplanänderungen zum 2. März können die Busfahrer wieder deutlich entspannter den Bahnhof ansteuern. Die dortige Uhr dürfte ihnen dann immer signalisieren, dass der Anschlusszug erst in ein paar Minuten abfährt. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.02.2015
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Seit dem Fahrplanwechsel der Bahn im Dezember haben viele Anschlüsse an den Stadtbusverkehr nicht mehr gepasst. Der ZNAS und das Busunternehmen Bruckner haben sie jetzt wieder passend gemacht. Damit das wirklich funktioniert, brauchen sie aber die Hilfe der Bürger.

Als die Bayerische Eisenbahngesellschaft im Mai 2014 ihre Pläne für die neuen Taktzeiten vorstellte, haben der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) schriftlich dagegen protestiert, weil das Malheur mit den Anschlüssen sofort erkennbar war. Ohne Ergebnis. "Wir haben bis heute noch keine Antwort bekommen", sagt ZNAS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas.

Nach großen Arbeitgebern

Also mussten die Zeiten des Stadtbusverkehrs geändert werden, damit Bus- und Zugfahrplan wieder harmonierten. "Es ging ja meistens nur um drei bis vier Minuten, und wir haben gedacht, das könnten wir durch kürzere Fahrzeiten auffangen", schildert Peter Bruckner, dessen Busunternehmen die Stadtlinien betreibt, die Entwicklung. Denn die Start- und Endzeiten der einzelnen Linien kann man nicht einfach beliebig verschieben. Die müssen sich danach richten, wann bei großen Firmen - also etwa Stahlgruber oder Kurz im Industriegebiet Unterschwaig - die Arbeit beginnt und endet.

"Wir wollten die Linien schneller machen, aber das war wegen der Verdichtung des Verkehrs schwierig", sagt Bruckner. Vor allem im Dezember, als viele Bahnpassagiere für die Anfahrt auf das Auto umstiegen, weil sie sonst den Zug nicht mehr bekommen hätten. "Da hatte man am Bahnhof zeitweise eine Parksituation, dass Busse kaum noch durchkamen", erinnert sich Bruckner. Zudem mussten die Fahrplanänderungen erst von der Regierung der Oberpfalz genehmigt werden. Nach einer Anhörung und Prüfung ist dieses Verfahren jetzt aber durch, die neuen Fahrzeiten - meist geht es um vier bis fünf Minuten Verschiebung - treten am Montag, 2. März, in Kraft.

Alle Puffer raus

Es gelang tatsächlich, die Linien schneller zu machen, indem die Stadt für einzelne Straßen Halteverbote erließ oder Ausweichstellen schuf, so dass Busse besser durchkommen. Das geschah etwa in der Südstraße, der St.-Georg-Straße oder der Beethovenstraße. Ferner wurden Anlieger an neuralgischen Stellen gebeten, ihre Autos nicht mehr auf der Straße zu parken, sondern sie in ihren Einfahrten abzustellen. Zuletzt wurden Ruhezeiten geändert und einige kleine Puffer rausgenommen. So hält der Bus jetzt etwa am Handelshof nicht mehr so lange.

"Wir haben alles versucht, um die Linien schneller zu machen", fasst Peter Bruckner zusammen. Luft ist jetzt im Fahrplan keine mehr drin. Der ZNAS setzt deshalb auch darauf, dass die anderen Verkehrsteilnehmer in der Herzogstadt den Linienbusverkehr nicht behindern, weil sonst schnell die Anschlüsse auf dem Spiel stehen. "Wenn man noch mehr Zeit gewinnen müsste, wäre der nächste Schritt, ganze Straßen aus den Linien rauszunehmen", sagt Hans-Jürgen Haas. Ebenso wie Bruckner geht er aber davon aus, dass die Anschlüsse im Großen und Ganzen wieder passen. "Falls wider Erwarten ein Anschluss, der bisher funktioniert hat, nicht mehr funktioniert, können sich die Fahrgäste jederzeit an die Firma Bruckner oder den ZNAS wenden."

Haas verhehlt aber auch nicht, dass die jetzt erreichte Lösung lediglich ein Zwischenstand für maximal zwei Jahre sein wird. Denn wenn 2017 die ICE-Verbindung von Nürnberg nach Berlin starte, werde alles rundherum an dessen Abfahrtszeiten angepasst. "Und da wird sich einiges gravierend ändern."
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