Abschlussfeier der Medizinischen Fachangestellten am Beruflichen Schulzentrum: Junge Damen ...
Ein hohes Maß an Menschlichkeit zeichnet sie aus

Prüfungsbeste waren (vorne, von links) Vanessa Sellner (Dr. Kiefer, Sulzbach-Rosenberg), Jasmin Rölz (Drs. Weigert/Althammer/Seidl, Rieden) und Vera Steinhof (Drs. Bierler/Siebenbürger, Amberg); Miriam Beer erzielte mit 1,2 den besten Schulabschluss. Es gratulierten (hinten, von links): Studiendirektor Karl Püttner, Dr. Wolfgang Knarr, Oberstudiendirektor Martin Wurdack und Bürgermeister Martin Preuß. Bild: gf
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.07.2015
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(gfr) Die Medizinischen Fachangestellten sind erste Anlaufstelle für Menschen, die eine Arztpraxis aufsuchen, betonte Bürgermeister Martin Preuß bei der Schulabschlussfeier in der Aula der Berufsschule. Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen sei für diesen Beruf erforderlich, auch ein gewisses Maß an Belastbarkeit.

"Eigenverantwortung ist künftig gefragt", betonte der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, Dr. Wolfgang Knarr, bevor 27 junge Damen die Abschlusszeugnisse für die bestandene Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten bekamen. Knarr unterstrich, dass nun das erworbene Wissen eigenverantwortlich umgesetzt werden müsse. Als Bindeglied zwischen Arzt und Patient werde ein hohes Maß an Menschlichkeit erwartet, wenn über kleinere Beschwerden, Sorgen oder Verzweiflung geklagt werde. Eine Medizinische Fachangestellte müsse zu freundlichen Gesten oder Worten, Verständnisbereitschaft und umsichtigem Handeln in der Lage sein, um den Weg ins Sprechzimmer zu erleichtern.

Wenig Verständnis hatte Knarr für eine auf die Arztpraxen zukommende Bürokratie-Lawine, durch die mehr Zeit für menschliche Zuwendung auf der Strecke bleibe. Knarr betonte, dass man in keinem Beruf um lebenslanges Lernen herumkomme. So zwinge die Einführung des EBM 2015 zu Fortbildungsveranstaltungen, bei denen die Abrechnung der ärztlichen Leistungen geschult werde. Knarr wies auf die Aufstiegsmöglichkeiten für Medizinische Fachangestellte hin, sei es zum Fachwirt für Gesundheits- und Sozialwesen oder zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung.

Oberstudiendirektor Martin Wurdack, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, meinte, vor den Medizinischen Fachangestellten eröffne sich nun ein neuer Lebensabschnitt, mit dem sich vieles ändern werde. Für alles wünsche er den jungen Damen Leidenschaft, wobei er nicht falsch verstanden werden wolle: Er meine Leidenschaft für den Beruf.

Medizinische Fachangestellte sei kein Job, man benötige dafür Berufung, denn man treffe auf Menschen, die in einer Notlage steckten. Diese Menschen hätten es nicht verdient, abgefertigt zu werden, sie bräuchten Zuspruch, sie erwarteten medizinischen Sachverstand sowie eine medizinische, aber auch menschlich richtige Behandlung, und daher setze er für diesen Beruf Herzblut voraus.

27 von 32 Auszubildenden, neun weniger als im Vorjahr, bestanden die Abschlussprüfung, 21 arbeiten in der Ausbildungspraxis weiter, der Rest wechselt den Arbeitgeber, den Beruf oder absolviert eine Weiterbildung.
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