Akustischer Ritt ins Herz hinein

Rusty "Wag" Beam und Pete W. Daniels an ihren Gitarren sowie Bassist Dave Walker überzeugten als "Phil Seccer Band" im ausverkauften Zentralbüro die Fans. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.12.2014
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Gut, zugegeben, zum angekündigten gemeinsamen Banküberfall als Höhepunkt des Abends kam es dann doch nicht. Aber sonst steuerten die Cowboys schnörkellos in alle Herzen: Die "Phil Seccer Band" ließ auf der Kulturbühne Zentralbüro keine Wünsche offen.

Sie brachten beides, Country und Western, aber auch Blues und Rockabilly perfekt auf die Bretter, die drei Hutträger. Im ausverkauften Zentralbüro zeigten die Saitenkünstler, dass gute Musik keinen Monster-Aufwand braucht: Zwei Akustik-Gitarren und ein Zupfbass - mit dieser Grundausstattung und drei Gesangsmikrophonen bringen die Musiker jeden Saal zum Kochen.

Verräterische Namen

Johnny Cashs "Folsom Prison Bues" als Auftakt offenbarte gleich etwas Besonderes: Das typische Cash-Picking auf der Gitarre, das berühmte "Boom-chicka-boom", übernahm hier der Vier-Saiter: Dave Walker "slappte" gekonnt auf seinem modifizierten Kontrabass, die Gitarristen Pete W. Daniels und Rusty "Wag" Beam zeigten mit ihm gemeinsam beim Song "Drinkin' Bourbon", woher ihre Künstlernamen stammen.

Auch ohne ihren Arbeitgeber, den bekannten Country-Star Phil Seccer, läuft die Band aus dem nördlichen Landkreis regelmäßig zu Hochform auf: "Acoustic vintage" heißt die Musik, der die Drei huldigen. Sie interpretieren unterschiedlichste Songs mit akustischen Instrumenten, die Spanne reicht von "By, by, love" über "San Francisco Bay Blues" bis "Nutbush City Limits". Ein Super-Mix, den die Band servierte. Perfekt der durcharrangierte dreistimmige Gesang, schlagkräftig und genau die Einsätze: Sie haben selbst mächtig Spaß auf der Bühne, das merkt man schnell, und sie nehmen nichts und niemanden ernst. Hinter den Sonnenbrillen und unter den weißen Cowboyhüten lauert der Schalk.

Klasse Arrangements

Trotzdem nehmen sie ihre Musik sehr ernst: Die Arrangements sind nicht überladen, sondern stilvoll durchdacht und vor allem abwechslungsreich: Ob Mandoline, Slide-Gitarre oder Kazoo, alles passt zusammen wie aus einem Guss. Ob die Songs von AC/DC oder Michael Jackson, von den Stones oder aus der Mottenkiste der Countrymusic stammen, wenn kümmert's: Die "Phil Seccer Band" verdient hohe Anerkennung - man kann nur den Stetson ziehen vor dem Trio.

Veranstalter Gerald Ludwig, Chef der Rosenberger Musikschule, hat einen Glücksgriff getan: Perfekter Abend, gerne wieder in Rosenberg. Und dann kommt vielleicht auch der Chef mit.
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