Alle Hände und Netze gefordert

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.07.2015
7
0

"Menschen fangen Fische", erinnerte die Ordensschwester Dr. Nicole Grochowina an das Evangelium. Dazu brauche es viele Hände und Netze. Gott berufe sich dabei auf sein Volk, das an unterschiedlichen Stellen anpacken und die Netze auswerfen solle.

(bba/lz) Musikalisch-festlich und schwungvoll gestalteten der evangelische Posaunenchor, die Kirchenmusiker aus beiden Gemeinden zusammen mit dem Ehepaar Lommer den ökumenischen Gottesdienst auf dem Annaberg.

"Bei aller Freude über den heutigen Festgottesdienst", so Dekan Walter Hellauer, "dürfen wir nicht vergessen, dass Christen in manchen Ländern der Welt verfolgt werden, weil sie Christen sind". Deshalb komme die Kollekte verfolgten Christen und Flüchtlingen zugute.

Alles unkompliziert

Dekan Karlhermann Schötz bedankte sich für die Zeichen der christlichen Einheit und lobte das unkomplizierte ökumenische Miteinander: "Es gibt Dinge, für die es sich lohnt, kompromisslos zu sein, und dazu gehören der Friede, die soziale Gerechtigkeit und auch das Christ sein."

Die Menschenfischer dürften sich auch nicht irritieren lassen, wenn die Umgebung mit Befremden reagiere, ermunterte Dr. Nicole Grochowina, Privatdozentin an der Universität Erlangen. Das Evangelium erzähle weiter auch vom Glück. Damit sei allerdings nicht das Glück des Erfolges gemeint, sondern der Begegnung.

Die Ordensschwester untersuchte die Perikope mit dem Dialog zwischen Simon Petrus und Jesus. Solche Begegnungen könnten auf völlig unterschiedlichen Ebenen ablaufen. Die Predigerin erinnerte an einen Rabbi, der von der Aussage "..und Gott sprach" so fasziniert gewesen sei, dass er sie laufend wiederholte.

Gott spreche zu seinen Geschöpfen, wie es auch Jesus zu den Fischern getan habe, als er sich setzte und die Menge vom Boot aus lehrte. Die Ordensschwester verglich die harte Arbeit der Fischer mit Ärger und auch Trauer mit Erfahrungen der Menschen aus der Jetztzeit wie Vergeblichkeit oder Enttäuschungen. Jesus bitte Petrus und seine Freunde in die Boote, wie auch heute Gott den Menschen selbst mit allen Erfahrungen und seinem Erleben suche.

Nur Vertrauen zählt

Auf der gemeinsamen Fahrt verändere sich alles, alle Hände und Netze würden für einen erfolgreichen Fischfang gebraucht. Entscheidend sei aber das Vertrauen von Petrus gewesen, "denn auf Dein Wort hin will ich die Netze auswerfen". Es zähle das Vertrauen bei aller Vergeblichkeit, und im Moment der Begegnung schaue Petrus Gott selbst: einen erbarmenden Gott, der sich den Menschen zuwendet und mit ihnen spreche - darauf erkannte Petrus nicht nur Gott, sondern auch sich selbst.

Vertrauen sei das prachtvolle und gnadenreiche Wort Gottes, "und fürchte Dich nicht", sprach Jesus: Alle Schwierigkeiten werden den Menschen nicht hindern, die Berufung zum Leben zu erfüllen, so Dr. Nicole Grochowina. Jesus zeige uns die Spur zum Leben - der Sohn Gottes, der den Menschen nie verlasse und sich ihm bedingungslos zuwende, verglich Dr. Nicole Grochowina die Bibelstelle über den Fischfang mit den Erfahrungen des Menschen heute.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.