Als stille Reserve unverzichtbar

Als Referentin erörterte die stellvertretende KAB-Diözesanvorsitzende Edeltraud Sollfrank Aspekte ehrenamtlichen Engagements. Rechts neben ihr, Kreispräses Gottfried Schubach. Bild: thl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.11.2014
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Ehrenamt heißt unbezahlte Arbeit. Der Lohn, so ein Referat vor katholischen Arbeitnehmer-Vertretern, bestehe aus einer oft in Vergessenheit geratenen Währung: Menschlicher Nähe.

(thl) Das Ehrenamt rückte der Kreisausschuss der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) inhaltlich in den Mittelpunkt seiner Sitzung in Rieden. Sie diente zudem der Wahl der Delegierten zum nächsten Diözesantag. Voraus war ein Gottesdienst in der örtlichen Pfarrkirche gegangen.

Hauptreferentin der Versammlung war die stellvertretende Diözesanvorsitzende der KAB, Edeltraud Sollfrank. Sie sprach über "Das Ehrenamt im Wandel" und stellte heraus, dass die Vielfalt dieses Engagements "in alle Lebensbereiche hineinreicht". Ehrenamtliche Tätigkeiten müssten als Ausdruck der Verantwortung des Einzelnen für eine soziale, nur im Miteinander funktionierende Gesellschaft verstanden werden. Doch auch der Einzelne tue etwas für sich selbst. Er gebe seinem Leben eine zusätzliche Sinnerfüllung.

Soziales Engagement bedeute eigentlich immer, anderen Menschen Zeit zu schenken. Egal, ob es sich um gesellige, sportliche oder kulturelle Aktivitäten und Angebote handle. Nüchtern definiert, so die Referentin stelle ein Ehrenamt eine unbezahlte Tätigkeit außerhalb des Arbeitsmarktes dar, obwohl sie von Dritten gegen Entgelt ausgeführt werden könnte. Daraus ergebe sich eine Dreiteilung der Gesellschaft: Ein Drittel mache gar nichts, das nächste bekunde Sympathie (passive Vereinsmitglieder) und das letzte Drittel erweise sich als aktiv bis sehr engagiert. Männer stünden oft an vorderster Stelle in ehrenamtlichen Leitungspositionen, würden aber inhaltlich meist Schwerpunkte bei der Politik, im Sport und bei der Unfallhilfe setzen.

Frauen hingegen würden sich mehr sozialen Bereichen und der Hintergrundarbeit im kirchlichen Umfeld zuwenden. Kirche sei ohne Ehrenamt in keiner Weise vorstellbar, betonte Sollfrank. Eine Studie des Bundessozialministeriums zeige, dass Menschen mit einer kirchlichen und religiösen Bindung mehr ehrenamtlich tätig seien als andere. Manche Dienste könnten ohne diese Unterstützung kaum existieren. Etwa Kinderbetreuung, die Telefonseelsorge, Caritas und Diakonie, Rotes Kreuz, Altenheime, Behinderteneinrichtungen, Sport- und andere Vereine. Auch der Katastrophenschutz sei fast ausschließlich durch ehrenamtliche Kräfte sichergestellt.

Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement lohne sich in jedem Fall, betonte die Referentin. Die Bezahlung sei aber ideeller Natur in einer oft in Vergessenheit geratenen Währung: Freundschaft, Unterstützung, Ansehen, Anerkennung, menschliche Bildung. Der Begriff Ehrenamt sei allerdings aus der Mode gekommen. Laut der Studie des Bundes würden 48 Prozent der Befragten lieber von "Freiwilligenarbeit" sprechen.

Als Delegierte zum KAB-Diözesantag im Juni nächsten Jahres in Roding wurden einstimmig gewählt: Renate und Jochen Weiß, Georg Luber, Helga und Günter Steindl, Paul Wied und Martin Paulus.
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