AOVE-Klausurtagung zu Ortsentwicklungen in Blaibach - Ohne staatliche Fördermittel nicht möglich
Blick in Konzertsaal auf dem Lande

Bürgermeister Wolfgang Eckl (Siebter von links) stellte den Teilnehmern der Klausurtagung das Konzept des Blaibacher Konzertsaales vor. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.11.2015
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"Macht ein Konzertsaal für eine 2000-EinwohnerKommune in einer ländlichen Region Sinn?" Diese Frage diskutierten die AOVE-Bürgermeister unter anderem bei ihrer Klausurtagung in Blaibach (Kreis Cham). Zunächst stellte der gastgebende Bürgermeister Wolfgang Eckl die Entwicklungen seiner Kommune vor. "Immer mehr Leerstände innerorts und dramatisch sinkende Übernachtungszahlen einer früher prosperierenden Urlaubsregion zwangen uns zum Handeln", sagte er. "Dank des Viechtacher Architekten Peter Heimerl und seines Projektpartners Thomas Bauer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, leerstehende Waidler-Häuser neu zu nutzen, konnten wir für unseren Ort Visionen entwickeln, die jetzt nach und nach umgesetzt werden. Eine davon war ein Konzertsaal für den Ort", berichtete Eckl. Damit wurde in der Provinz etwas Wirklichkeit, was selbst in der Kultur- und Festspielstadt Passau seit Jahrzehnten diskutiert, geplant und verworfen wird: Ein Haus für Kunst mit 200 Sitzplätzen in einer Gemeinde von 2000 Einwohnern, gebaut für rund zwei Millionen Euro auf Initiative eines vor künstlerischer Energie berstenden Privatmannes - realisiert über das Modellvorhaben "Ort schafft Mitte" des bayerischen Bauministeriums.

Eckl verheimlichte nicht, dass diese Entwicklung, alte, zum Teil unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit moderner Architektur zu kombinieren, nicht ohne große Diskussionen vonstatten ging. "Aber der Erfolg", freute er sich, "gibt uns Recht." Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, Besucher aus dem In- und Ausland und steigende Übernachtungszahlen spiegelten das positive Image wider, das der Ort durch die "Baukultur" erfuhr.

In diese Bresche schlugen auch Anne Krämer vom Büro nonconform und Dr. Klaus Zeitler vom Büro Sireg Rottenburg, die das Strategieseminar moderierten. Sie stellten Beispiele aus Gemeinden vor, in denen es gelungen ist, Ortsmitten mit unterschiedlichen Konzepten neu zu beleben. In der Diskussionsrunde gab es ganz unterschiedliche Ansichten darüber, ob die aufgezeigten Entwicklungen zufällig oder aufgrund langfristiger strategischer Überlegungen realisiert werden konnten.

Einig waren sich die AOVE-Bürgermeister jedoch darüber, dass ohne staatliche Fördermittel eine Ortsentwicklung nicht möglich sei und dass zur Umsetzung in den AOVE-Gemeinden Leitziele und Strategien, wie sie im ILEK formuliert wurden, notwendig sind.
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