Aphasiker können nach Schlaganfall oder Tumor nicht mehr reden - Autohaus spendet
Die Wörter sind einfach weg

1500 Euro gegen Sprachlosigkeit: Birgit Auers (Fünfte von rechts) und Winfried Auers (rechts) überreichen den Spendenscheck an Manfred Belusa (Zweiter von rechts). Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.12.2014
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Eine bedrückende Vorstellung: Man sitzt gemütlich vor dem Fernseher und spürt plötzlich die rechte Hälfte seines Körpers nicht mehr. Man kann keine Hilfe rufen, es kommt kein Wort heraus. Glücklicherweise bemerkt ein Angehöriger den Zustand und ruft den Notarzt. Diagnose: Schlaganfall!

Nach Tagen oder Wochen auf der Intensivstation und einigen Monaten Reha kommen Schlaganfallpatienten wieder nach Hause. Manche sitzen im Rollstuhl, einige können sogar schon wieder gehen, aber oft ist die Sprache weg. Die Angehörigen sind in solchen Fällen häufig überfordert.

Glücklicherweise gibt es in der Region die Aphasie-Selbsthilfegruppe. Aphasie, das heißt Sprachlosigkeit. 80 Prozent der Aphasiker haben die Sprache durch einen Schlaganfall verloren, erzählt Manfred Belusa, der Leiter der Gruppe. Bei den übrigen ist das Gehirn durch Tumore oder Gewalteinwirkung geschädigt. "Das ist wie bei einer Apotheke, in die eingebrochen wird. Die Einbrecher leeren die sorgfältig aufgeräumten Schubladen aus und werfen alles durcheinander. Man weiß zwar, es ist alles noch da, aber man findet es nicht mehr. So geht es dem Aphasiker mit den Wörtern", sagt Belusa, dessen Ehefrau seit einem Schlaganfall unter Aphasie leidet.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Selbsthilfegruppe vermitteln Logopäden und Neurologen, organisieren Infoveranstaltungen und machen Ausflüge mit den Betroffenen, um deren Selbstsicherheit zu stärken. Da es in der Oberpfalz nur zwei weitere Gruppen gibt, sind sie in weitem Umkreis unterwegs. Das alles kostet viel Geld. Die Krankenkassen unterstützen die Arbeit, aber es fehlt trotzdem überall. Deshalb ist die Aphasie-Selbsthilfegruppe sehr dankbar für eine Spende von 1500 Euro des Autohauses Auers in Sulzbach-Rosenberg.

"Wir machen anstelle von Werbegeschenken und Weihnachtskarten jedes Jahr in der Adventszeit eine Spende an eine gemeinnützige Organisation", berichtet Geschäftsführer Winfried Auers. "Dabei sollen junge und ältere, gesundheitlich oder sozial benachteiligte Menschen bedacht werden. Deshalb wählen wir jedes Jahr eine andere Organisation aus." Bei der Aphasie-Selbsthilfegruppe hat Auers beeindruckt, wie sie durch ihren ehrenamtlichen Dienst Menschen nach einem schweren Schicksalsschlag wieder ins Leben zurück hilft. Belusa dankte dem Ehepaar Auers und versicherte: "Jeder Euro kommt bei den Betroffenen an!"
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