Arme Hendln auf der Plaza

Hans Söllner begeisterte 1500 Fans auf der Hochofen-Plaza. Bild: gf
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.08.2015
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Also, es hat schon Zeiten gegeben, da sah man dem Hans Söllner schon an, wie sein Lebensstil war. Aber am Samstag da präsentierte sich, was das Äußere betrifft, ein durchaus gesitteter Liedermacher. Ein Querdenker, Kritiker an der Obrigkeit, am Staat, an der Polizei, das ist der Hans Söllner nach wie vor.

Überrascht sei er, dass ihn der Max Aicher überhaupt hier auf seinem Grund und Boden spielen lässt, denn so Menschen wie dem Aicher sollte man schon ein wenig am Vermögen kratzen, denn wer zu viel Geld hat, ist nicht unbedingt ein guter Mensch und müsse mit weniger Geld geschützt werden.

Als dann kurzfristig der Strom weg war, wusste Hans Söllner auch gleich, wer dahintersteckt, denn der Max Aicher hat sicher wegen ihm einen Notausschalter installieren lassen.

Mit Rüstung auf Kriegsfuß

Große Sorgen macht sich die "wilde Sau aus Bad Reichenhall" um die Hendln, die zu 60 000 Stück in einem Stall zusammengepfercht seien. Da gebe es nur eine Lösung, keine Hendln mehr essen, worüber wir Menschen ja nachdenken können. "Eine Löwe denkt nicht nach, hat nur Hunger und frisst seine Beute." Mit der Rüstungsindustrie steht der Hans Söllner auch auf Kriegsfuß, weil die Waffenhersteller dafür sorgen, dass weltweit die Leute verrecken. Unser Staat kassiere von denen massenhaft Steuern und den kleinen Leut' wird daraus das Kindergeld bezahlt. Ein rot-weißes Arafat-Tuch hatte der Hans Söllner um, das wir alle tragen sollten, denn dann fühlen sich die syrischen Flüchtling hier fast wie "dahoam". Wenn man mit so einem Tuch im Zug sitze, einen Rucksack neben sich und man verlasse kurzfristig das Abteil, sei es leer, wenn man wieder zurückkomme.

Mit den Flüchtlingen sei das so eine Sache, denn deutsche Männer hätten Angst davor, dass diese jungen Männer ihnen die Weiber wegnehmen. Es sei schon komisch, dass einige Hundert Millionen Euro jährlich verfressen werden, und "wenn 80 Flüchtlinge in Deggendorf untergebracht werden sollen, herrscht dort große Aufregung".

Mit rauchiger Stimme, begleitet vom Reggae-Rhythmus, geht Hans Söllner einen Schritt "hintere" aber "zwoa Schritt viere". Wenn es dem Menschen gut gehe, solle er was Neues anfangen, dann wird das Neue auch gut, meint der Weltverbesserer, der auch vorschlägt, die Polizei zu ärgern, wenn man nur einfach keine Straftaten mehr begehen würde. Die Polizei hätte dann Angst vor ihrer eigenen ungewissen Zukunft.

Gegen die Obrigkeit

Vom Staat, der alles vorschreibt, hält der Hans Söllner überhaupt nichts. Ob weiß, rot, schwarz oder gelb, ob Moslem oder Christ, alle Menschen hätten die gleichen Rechte. Wenn für die Unterbringung von Flüchtlingen zu wenig Platz in unserem Land sei, dann fragt sich der Hans Söllner, warum der Bundespräsident 27 Zimmer und 12 Kloschüsseln braucht.

"Getrennt schlafende Paare sollten wieder ein gemeinsames Schlafzimmer nutzen, dann ist ein Zimmer frei für einen, der nicht weiß, wo er unterkommen kann." Und die armen Hendln zogen sich durch den lauen Sommerabend auf der Hochofen-Plaza, auf der sich gut 1500 Fans des bayerischen Bob Dylan dicht an den Bühnenrand drängten und nicht mit Beifall knauserten.
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