Asyl-Notfallplan: Landratsamt untersucht, ob Turnhallen für Unterbringung geeignet
Brandschutz das K.o.-Kriterium

Wir sind aber froh, wenn uns weitere leerstehende Wohnungen gemeldet werden.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.10.2014
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In zweiter Linie müsse die Infrastruktur stimmen. Ohne Strom sowie eine ausreichende Wasser- und Abwasserversorgung sei eine menschenwürdige Unterbringung nicht vorstellbar. Derzeit könne man aber noch keine Favoriten unter den ins Auge gefassten Gebäuden nennen oder solche ausschließen, die die Voraussetzungen von vornherein nicht erfüllten, sagt Christine Hollederer. Die Mitarbeiter des Landratsamtes seien noch mitten in der Prüfung und führten Gespräche mit den Eigentümern. "Aber konkret haben wir noch nichts, es sind auch noch keine Verträge unterzeichnet." Die Meldung an die Regierung der Oberpfalz solle bis 3. November erfolgen.

Derzeit rund 3000 Flüchtlinge in gesamter Oberpfalz

Joseph Karl, der Sprecher der Regierung, erläutert, warum dieser "Winter-Notfallplan" von jedem Landkreis "200 bis 300 Plätze in Gedanken" einfordert: So wolle man "für den schlimmsten aller Fälle" vorbereitet sein, damit man nicht plötzlich bei einem unerwarteten Ansturm Zelte im Schnee aufstellen müsse, um die Flüchtlinge und Asylbewerber überhaupt noch unterbringen zu können. Es sei allerdings nicht absehbar, ob diese Situation tatsächlich eintrete.

Mit den zu meldenden Not-Kapazitäten aus den Landkreisen und kreisfreien Städten habe man dann aber ein Polster, das die Aufnahmemöglichkeiten fast verdopple. Aktuell sind laut Karl rund 3300 Flüchtlinge in der Oberpfalz untergebracht. Jede Woche nehme man 100 bis 150 neue auf. Die Regierung ist dabei für Sammelunterkünfte zuständig und hatte schon mal geprüft, ob die Kastler Klosterburg dafür geeignet wäre. Das Ergebnis war negativ. "Die Burg steht für uns im Moment nicht auf der Agenda", sieht Karl keinen Grund, dieses Thema wieder aufzukochen.

Noch 40 Plätze

Der Landkreis setzt ohnehin auf dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge. Für gut 300 hat er nach Auskunft von Christine Hollederer schon Quartiere gefunden, rund 40 weitere Plätze hält er noch vor. "Wir sind aber froh, wenn uns weitere leerstehende Wohnungen gemeldet werden", sagt Hollederer. In der Verwaltung ist dafür Georg Jobst (Tel. 0 96 21/39-543) zuständig. Viele, die hier anrufen, haben sich nach der Erfahrung der Mitarbeiter des Landratsamtes von der Berichterstattung über die Not der Flüchtlinge dazu bewegen lassen, eigene Räume zur Vermietung anzubieten.
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