Asyl nur kurz thematisiert

Die Arbeit mit Migranten stößt aufgrund von Sprachbarrieren oft an Grenzen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.10.2014
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Das Bündnis für Migration und Integration lud zur Vollversammlung. Viele Dinge gab es zu berichten. Ein Thema sparten die Beteiligten überwiegend aus - es hätte den Rahmen gesprengt.

Nicht nur der Name des "Bündnisses für Migration und Integration in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach" ist lang. Auch die Anwesenheitsliste bei der Vollversammlung am Donnerstagabend füllte mehrere Seiten. In den König-Ruprecht-Saal kamen mehrere Bürgermeister und viele andere Funktionsträger. Aufgrund der prominenten Zusammenkunft witzelte Landrat Richard Reisinger: "Die nächste Steigerung ist bereits der Neujahrsempfang."

Arbeitsgruppe legitimiert

Die Themen hingegen hatten nicht nur einen ernsten Charakter, sondern brannten auch vielen unter den Nägeln. "Um den Rahmen nicht zu sprengen", empfahl Reisinger allerdings, den Tagesordnungspunkt Asylbewerber nicht ausgiebig zu besprechen. Der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny stimmte zu, holte sich aber die Legitimation für eine Arbeitsgruppe ab, um künftig handlungsfähig zu sein. Denn die Unterbringung der Neuankömmlinge werde ein großes Thema. Die Steuerungsgruppe habe die Aufgabe, Strukturen zu diskutieren. Den Großteil der Veranstaltung nahmen Berichte in Anspruch. Bündnis-Geschäftsführer Tobias Berz sprach von insgesamt zwölf Treffen der vier Arbeitsgruppen.

Anne Kuchler, Asylbewerber-Beraterin beim Caritasverband, sprach über die Arbeit der Arbeitsgruppe Kultur. Hauptaufgabe sei es gewesen, die "Interkulturelle Woche" zu organisieren. Diese soll auch künftig "in jedem Fall weitergeführt werden". Zudem sei eine Homepage mit einem interkulturellen Kalender in Planung, der eine Übersicht geben soll, welche Feste in Amberg gefeiert werden.

Dr. Mariella Daller-Hopke, Ärztin im Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach, berichtete über die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Gesundheit. Sie erklärte: "Die Arbeit mit Migranten stößt aufgrund von Sprachbarrieren oft an Grenzen." Deshalb sei ein Gesundheitswegweiser in mehreren Sprachen erarbeitet worden. Auf Arabisch ist ein weiterer in Planung. Außerdem ist ein Dolmetscher-Pool entstanden. 15 Männer und Frauen engagieren sich dafür. Insgesamt werden 14 Sprachen abgedeckt. Die Ehrenamtlichen helfen Migranten unter anderem bei Behördengängen oder beim Kontakt mit der Schule, dem Arzt oder sozialen Einrichtungen. Aktuell sucht die Arbeitsgruppe nach Betreuungsmöglichkeiten für psychisch belastete Migranten und möchte ein "Startpaket" mit Stadtplan und anderen nützlichen Infos für Neuankömmlinge zusammenstellen.

Maria Schuller, Konrektorin der Amberger Luitpoldschule, referierte über die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Bildung. Sie verriet, dass ihre Schule ein erstes P-Seminar gemeinsam mit dem Max-Reger-Gymnasium angehen will. Es sei wichtig, die Gymnasien für die Migranten zu öffnen. Der Amberger Schulamtsdirektor Heinrich Koch verriet zudem, dass zwei weitere Übergangsklassen in Sulzbach-Rosenberg (an der Jahn- und an der Krötensee-Schule) geplant sind. Zwei gibt es bereits in Amberg.

"Ressourcen und Reichtum"

Silvia Klein vom Bürgermeister- und Presseamt Erlangen hielt abschließend einen Vortrag über "Willkommens- und Anerkennungskultur". Sie stellte Projekte und Beispiele aus der fränkischen Stadt vor. Klein lobte zuvor: "Ich bin begeistert über die vielfältigen Maßnahmen hier." Die Referentin sagte außerdem: "Migration hat in den allermeisten Fällen Kommunen enorm vorangebracht, das wird oft vergessen." Sie sprach von "Ressourcen und Reichtum". (Zum Thema)
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