Attraktivität steigern

Judith Lauer, Zuständige für den Bereich Altenpflege, Sozial- und Erziehungsdienst bei der Verdi-Bundesverwaltung in Berlin, Verdi-Gewerkschaftssekretärin für den Bezirk Oberpfalz Kathrin Birner und Ortsvereinsvorsitzender Manfred Weiß (von links). Bild: ksb
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.04.2015
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"Wir fordern eine Aufwertung sozialer Berufe in Form neuer Eingruppierungsvorschriften", machte Judith Lauer deutlich. Sie bedauerte es sehr, dass trotz eindrucksvoller Demonstrationen der Beschäftigten - darunter allein in Hannover mit über 10 000 Teilnehmern - bis dato noch kein Ergebnis vorzuweisen sei.

Auf dem Weg zur Podiumsdiskussion "Who cares?" in Neumarkt, bei der auch Sozialministerin Emilia Müller zu Gast war, machte Judith Lauer Zwischenstation in Sulzbach-Rosenberg.

Gemeinsam mit Verdi-Ortsvereinsvorsitzenden Manfred Weiß und Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner erörterte Lauer, die bei der Verdi-Bundesverwaltung in Berlin für Altenpflege, Sozial- und Erziehungsdienst zuständig ist, den Stand der Verhandlungen in der Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst.

Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht einmal ein Angebot der Arbeitgeberseite vorliege, soll es Anfang der Woche auch in der Oberpfalz erneut Warnstreiks geben. So sind die Beschäftigten in Regensburg heute erneut dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und den Forderungen somit Nachdruck zu verleihen, so Kathrin Birner. "Ein Erzieher in einer Kindertagesstätte sagte mir, dass er seine Berufung in der Arbeit mit Kindern gefunden habe; ob er sich aber aufgrund der schlechten Einkommenssituation selbst überhaupt eine Familie leisten könne, sei fraglich." erzählte die Gewerkschaftssekretärin.

Richtige Richtung

Manfred Weiß berichtete Lauer von der Aktion "Pflege am Boden", die in Sulzbach-Rosenberg bereits mehrmals mit großem Erfolg stattgefunden habe. "Das Ende 2014 beschlossene Pflegereformgesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch nur ein kleiner", so Lauer.

Aus Sicht der zu Pflegenden seien die Änderungen minimal. Durch die Tatsache, dass Tariflöhne künftig in den Pflegesatzverhandlungen berücksichtigt würden, ergäbe sich jedoch eine Chance. "Wir erhoffen uns dadurch, dass Einrichtungen, die ihre Mitarbeiter nach Tarif bezahlen, wirtschaftlich nicht mehr schlechter gestellt sind, als solche, die Lohndumping betreiben", erläuterte Lauer die Änderungen aus ver.di-Sicht.

Dem akuten Personalmangel könne auch durch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen entgegengewirkt werden, darin war sich die Runde einig. Ein gesetzlich vorgeschriebener Personalschlüssel, der das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Beschäftigten und zu pflegenden Personen verbindlich regelt, wäre dafür zwingend notwendig, um beispielsweise eine Unterbesetzung von Stationen und Bereichen im Nachtdienst zu unterbinden.
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