Auf Anhieb gleich verstanden

Beste Stimmung beim ersten Besuch in Kiel bei (von links) Hauptmann der Reserve Hans Schlenk, Kommandant Oberleutnant zur See Rosenthal, Manfred Brand, Harry Forster und Tschitto Hofmann an der Quetschn. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.10.2014
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Am Donnerstag trifft die Delegation des Minenjägers in der Herzogstadt ein. Über vier Tage wird das 50-jährige Bestehen der Patenschaft mit den Marinesoldaten gefeiert. Seit dieser Zeit sind viele Freundschaften gewachsen, gab es viele Gegenbesuche. In zwei Fällen mit richtig Tiefgang.

Fünf Jahrzehnte ist es mittlerweile her, dass sich 1964 im Juni eine knapp 40-köpfige Delegation aus der Herzogstadt in den hohen Norden zum Minenjäger "Schütze" aufmachte. Organisiert hatte die Fahrt damals der legendäre Hauptmann Hans Schlenk, mit dabei waren unter anderem auch Hanns Binder und Horst-Dieter Nerlich.

Auch Manfred Brand gehörte als junger Reservist zu dieser ersten Delegation. Für ihn und die vielen anderen Begleiter stand stets die Freundschaft mit den Matrosen im Mittelpunkt. Die zahlreichen Kontakte führten - was die Lebendigkeit der Patenschaft belegt - sogar zu zwei Hochzeiten zwischen Sulzbach-Rosenbergerinnen und Besatzungsmitgliedern der "Schütze".

Im Interview mit der SRZ schildert Manfred Brand (76) quasi aus erster Hand die Kontaktaufnahme mit den "Blauen Jungs" im Jahr 1964, die Erlebnisse auf hoher See und den Abstecher nach Hamburg.

SRZ: Herr Brand, wie stellte die Herzogstadt den Bezug zur Besatzung des Minenräumbootes "Schütze" in Kiel her?

Manfred Brand: Organisiert hat das damals der Hauptmann Schlenk als Kreisvorsitzender der Reservistenkameradschaft. Er hatte beste Verbindungen, stellte die Kontakte zur Bundesmarine her. Für uns hieß es damals immer "Schlenk macht's möglich!"

Wie setzte sich die damalige Delegation eigentlich zusammen?

Brand: Es war eigentlich eine buntgemischte Gruppe. Von der Hausfrau, über Schüler, Stadträte und Reservisten war bei der Busfahrt alles dabei. Auch der Hofmann-Tschitto verstärkte die Truppe mit seiner Quetschn.

Von den heutigen Besuchen hört man ja, dass die Besatzung immer für ein schönes Programm sorgt. Wie war das beim ersten Besuch?

Brand: Ja, auch wir hatten ein sehr schönes Programm mit Ausfahrt und Einsatzübungen bis vor die dänische Küste hinter die Insel Fehmarn. Es gab auch einen Abstecher zum Hamburger Hafen, was sehr beeindruckend war. Zur Begrüßung unserer Delegation spielte sogar das Musikkorps der Bundesmarine im Kieler Hafen auf.

Gab es eigentlich Berührungsängste zwischen Besuchern und Matrosen?

Brand: Nein, eigentlich überhaupt nicht. Wir haben uns bei den Feiern an Bord auf Anhieb bestens verstanden. Ich persönlich schloss gleich Freundschaft mit Dieter Eppler von der Schütze-Besatzung. Mit ihm hatte ich längere Zeit danach auch noch einen regen Briefwechsel.

Wer hatte dann die Idee zur Patenschaft?

Brand: Die Idee entstand abends an Bord im lockeren Gespräch. Alle hielten das Ansinnen für bestens geeignet, die neue Freundschaft mit einer Patenschaft und entsprechenden gegenseitigen Besuchen zügig auszubauen und weiter zu vertiefen. Dass dieser Gedanke richtig war, zeigt doch heute das 50-jährige Bestehen.

Hintergrund und Jubiläum

Der Stadtrat beschloss am 28. Juli 1964 nach dem vorangegangenen Besuch einer Delegation aus der Herzogstadt, die Patenschaft für das Minensuchboot "Schütze" der Bundesmarine zu übernehmen.

Dieses erste Treffen war auf Anregung von Major Rolf Rodenhauser, dem Beauftragten für die Reservistenbetreuung in der Oberpfalz, und Hauptmann der Reserve Hans Schlenk zustande gekommen. Auch von Seiten des Bundesverteidigungsministeriums stand dem Aufbau dieser Beziehung nichts im Wege. Nach Außerdienststellung dieses Bootes im Jahre 1992 wurde die Patenschaft mit dem Minenjagdboot "Sulzbach-Rosenberg" (Taufe/Stapellauf am 27. April 1995, Indienststellung am 23. Januar 1996) fortgeführt. Viele Treffen, sei es mit den Besatzungen der "Schütze" oder "Sulzbach-Rosenberg", sind seit dem Gründungsjahr über die Bühne gegangen. Dabei standen neben der Freundschaftspflege meist die Vermittlung der Schiffstechnik oder der Oberpfälzer Kultur im Mittelpunkt. Auch die Geselligkeit fehlte nie.

Zu den Jubiläumstagen von heute bis zum Sonntag kommen neben einer Abordnung des Minenjagdbootes "Sulzbach-Rosenberg" unter anderem auch ein paar ehemalige Kommandanten beider Patenboote nach Sulzbach-Rosenberg.
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