Auf dem Meer ist Wasser knapp

Auf ihrer Segelfreizeit legten die Konfirmanden ganz selbstverständlich mit Hand an. Bild: Chiara Markert
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.06.2015
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"Wie viel Wasser braucht der Mensch zum Duschen? Und halte ich es sechs Stunden ohne Fön aus?". Fragen wie diese stellen sich jungen Leuten, wenn sie auf einem Segelschiff aufs Meer hinausfahren. 40 junge Leute aus dem Landkreis kennen jetzt die Antworten darauf.

Konfirmanden aus der Sulzbacher Christuskirche, aus Rosenberg und Poppenricht verbrachten acht gemeinsame Tage auf einer Segelfreizeit in den Niederlanden. Dabei waren sie auf dem Ijssel- und dem Wattenmeer unterwegs.

Was die Sache mit dem Fön angeht, sahen die Jungen die Probleme etwas lockerer als die Mädchen. Ihre mehr oder weniger kunstvoll frisierten Haare wirbelte der starke Wind ohnehin in kürzester Zeit wieder durcheinander.

Eines lernten die jungen Leute schnell: Obwohl es an Bord Duschen und Toiletten gab, mussten sie sparsam mit den Ressourcen umgehen. 5000 Liter Trinkwasser erscheinen auf den ersten Blick viel. Für mehr als drei Dutzend junge Leute, die ihre tägliche Körperpflege nicht vernachlässigen wollen, sind sie aber doch ein begrenzter Vorrat.

Beim Segeln und an den gemeinsam gestalteten Abenden bot sich die fantastische Gelegenheit, die anderen in einer besonderen Umgebung zu erleben, Beziehungen zu festigen, auszubauen oder neue Kontakte zu knüpfen. Die räumliche Enge und der begrenzte Vorrat an Wasser und Strom - er kam unterwegs aus Bleiakkus - lenkten den Blick auf wirklich wichtige Dinge.

"Ziel der Freizeit war die Förderung der sozialen Kompetenz und die Stärkung der Persönlichkeit, die im Respekt vor anderen konkret wird. Das ist ein zutiefst christlicher Wert, der das Zusammenleben auf Schiff prägt", erklärt dazu Pfarrer Uwe Markert. Gemeinsam mit Diakonin Sabrina schmidt leitete er die erlebnispädagogische Freizeit.

Unter der Aufsicht eines Skippers mit Matrosen fahren die ursprünglichen Frachtschiffe seit den 70er Jahren auf holländischen Gewässern. Sie sind speziell für Gruppen umgebaut worden, die natürlich mit anpacken müssen. Segel ausrollen, hochziehen, umsetzen, herunter lassen und am Abend wieder verstauen; Fender in Schleusen und im Hafen anbringen und einholen; Koch- und Küchendienst; Einkaufen und Müll wegtragen: Es gibt immer was zu tun.

Die Route führte von Makkum im Norden der Niederlande zunächst nach Terschelling. Unterwegs wurde Anker geworfen und im Watt gewandert. Dann ging es nach Texel, der westlichsten der friesischen Inseln. Die Gruppe erkundete sie mit geliehenen Fahrrädern. Ziel war das meereskundliche Institut Ecomare, das nicht nur ökologisches Wissen erarbeitet. Es werden auch aufgegriffene Seehunde und Grindwale gepflegt.

Weitere Stationen des Segeltörns waren Vlieland und Stavoren, bevor es durch den großen Abschlussdeich ins Ijsselmeer nach Makkum zurück ging. Nähere Informationen und mehr Bilder gibt es unter www.johanniskirche-rosenberg.de.
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