Auf Friedhöfen lebt die Kultur

Viel Rasen, "stimmige Grabmäler und ein guter Pflegezustand" hievten den Illschwanger Friedhof auf Platz zwei des Dorfwettbewerbs. Bilder: bas (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.07.2015
4
0

Friedhöfe sind "Orte der Würde, Kultur und Natur": Diesem Aspekt hat sich der gleichnamige landkreisweite Dorfwettbewerb gewidmet, der jetzt entschieden ist. Zum Sieger wurde der Friedhof Fürnried gekürt, gefolgt von den Einrichtungen in Illschwang und Ammerthal.

Der Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau, Landrat Richard Reisinger, hatte sein entsprechendes Sachgebiet mit der Organisation des Wettbewerbs betraut. "Mit unserem Thema heuer greifen wir im Dorfwettbewerb eine Herausforderung auf, der sich alle Träger unserer Friedhöfe in der nächsten Zeit stellen müssen", betonte Reisinger.

Immer mehr Urnen

"Da unsere Bestattungskultur einem ständigen Wandel unterworfen ist und vor allem die Urnen- zu den bisher üblichen Sargbestattungen immer mehr zunehmen, ändert sich das Gesicht unserer Friedhöfe", schilderte der Landrat den Hintergrund. "Neue Bestattungsformen werden von den Bürgern nachgefragt und müssen in bereits bestehende, gewachsene Friedhöfe integriert werden - oft keine leichten Entscheidungen für die Träger." Da dies auch gestalterisch häufig nicht einfach sei, wurde der Dorfwettbewerb unter dieses Thema gestellt. Damit solle das Bewusstsein der Bürger auf gut gestaltete Friedhöfe gelenkt und Lösungen für die Integration neuer Bestattungsformen auf bestehenden Friedhöfen aufgezeigt werden.

Bei allen Kriterien überzeugte der Friedhof in Fürnried laut Kreisfachberaterin Michaela Basler am meisten und erreichte damit den ersten Platz. Er liegt in der Nähe des Dorfplatzes rund um die Simultankirche; die Besucher werden durch ein Baumtor begrüßt. Die Einzelgräber reihen sich aneinander und sind nur durch Trittplatten voneinander getrennt. Gleichgroße Grabmäler und eine bunte Bepflanzung der Grabstellen fügen sich zu einem ruhigen Gestaltungsbild, urteilte die Jury. Um neuen Bestattungsformen Raum zu geben, werde ein Gemeinschaftsgrabfeld für Urnen realisiert, das durch den örtlichen Obst- und Gartenbauverein gepflegt werden soll.

Ruhiges Erscheinungsbild

Der zweite Platz im Wettbewerb ging an den Friedhof in Illschwang. Er liegt am Rande der Ortschaft, ist aber gut zu erreichen. "Das ruhige Erscheinungsbild ist vor allem auf das Grün in Form von Großbäumen und Sträuchern zurückzuführen", befand die Jury, "Rasen zwischen den einzelnen Grabstellen, stimmige Grabmäler und ein hoher Pflegezustand verstärken diesen Gesamteindruck noch." Sehr gefällig sei auch die Anlage des Friedhofs in verschiedenen Ebenen. Den neuen Bestattungsformen werde hier mit der Errichtung von Urnenstelen Rechnung getragen.

Der Friedhof in Ammerthal landete auf dem dritten Platz. Hier wurde laut Jury schon viel getan, außerdem würden auch in nächster Zeit weitere Vorhaben umgesetzt. Bereits beim Betreten falle die grüne Umrandung auf, die sich in Form von Bäumen und Sträuchern um das gesamte Gelände zieht. Auch im Inneren vermittle der Friedhof einen ruhigen Eindruck. Das meist ebene Gelände werde durch Hecken gegliedert, so dass dadurch unterschiedliche Räume entstehen. Nächstes Projekt, das verwirklicht werden soll, ist laut Jury das Angebot von Baumbestattungen.

"Alle drei ausgezeichneten Friedhöfe zeigen Lösungen auf, die zum einen den Bedürfnissen der Hinterbliebenen nachkommen, aber zugleich das Gesamtbild des Friedhofs bewahren", zeigte sich Richard Reisinger überzeugt. Und er wies darauf hin, dass die beiden Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt alle Träger von Friedhöfen zur Gestaltung beraten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.