Auf Spitzenplatz im Freistaat

Jeder Landwirt muss selbst entscheiden, ob ein Aufstockung der Tiere wirtschaftlich sinnvoll ist, zeigte sich Agraringenieurin Anna Maria Miller beim couragiert vorgetragenen Referat überzeugt. Bild: aja
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.03.2015
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Für den Verbraucher ist es sicherlich eine akademische Frage, wie viel Kühe ein Landwirt braucht, um rentabel arbeiten zu können. Für den Tierzüchter selbst kann die Beantwortung dieser Frage entscheidend für das wirtschaftliche Überleben sein.

Um herauszufinden, wie viel Milchvieh denn nun ein landwirtschaftlicher Betrieb braucht, reicht es nicht mehr aus, sich auf seinem Hof auszukennen, sondern man muss vorher die Zahlen in der Buchhaltung genauestens analysieren.

Dies legte bei der Jahresmitgliederversammlung der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Sulzbach im Wagnersaal in Großenfalz Agraringenieurin Anna Maria Miller vom Besamungsverein Neustadt an der Aisch (BVN) den Landwirten ans Herz.

Entscheidung steht an

Mit dem Milchpreis und der Ausgleichszulage nehme die MEG Sulzbach in Bayern einen Spitzenplatz ein, sagte Vorsitzender Erich Pilhofer. Wie sich dieser Preis aber nach dem Ende der Quotenregelung entwickle, könne nur schwer vorhergesehen werden. Da Preisvergleiche zwischen den einzelnen MEG nur noch unter einem Dachverband möglich sind, sollte man sich bald entscheiden, welchem der Verbände in Bayern sich die MEG anschließt.

Zu Beginn 2014 gehörten der Milcherzeugergemeinschaft 160 Milchbauern an, Ende des Jahres waren es noch 155, informierte Geschäftsführer Josef Hummel. Auch wenn er fachlich nicht viel beitragen könne, komme er gerne zu landwirtschaftlichen Veranstaltungen, bekannte Bürgermeister Michael Göth. Dafür nehme er auf der anderen Seite als aufmerksamer Zuhörer sehr viel Informationen über die Probleme im ländlichen Raum mit, die ihm als Kommunalpolitiker nützten. "Niemand weiß genau, wie sich die Situation in Griechenland, Neuseeland, Ukraine und Russland oder in anderen Ländern entwickelt, an die die bayerischen und deutschen Bauern Milch liefern", gab BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner zu bedenken. Aus diesem Grund bergen Preisvorhersagen ein großes Risiko.

Preis unter Druck

Die Molkerei Zott sei für die Zukunft gut aufgestellt, teilte Johannes Hegenberger von der Abteilung Milcheinkauf mit. So konnten Produkte international im erhöhten Umfang platziert werden, mit der Chance, die Vermarktungsmöglichkeiten erheblich zu steigern. Andererseits sei der Milchpreis in den letzten Monaten durch verschiedene Faktoren, wie die Import-Sanktionen Russlands, ordentlich unter Druck geraten. Mit der Folge, dass das Angebot die Nachfrage bei weitem überwog.

Trendwende erkennbar

Dies wiederum führte zu einem niedrigeren Milchzahlungspreis an die Landwirte. Auch wenn die Talsohle möglicherweise noch nicht erreicht ist, sei bereits jetzt eine Trendwende zu erkennen. Eine Chance für europäische Milcherzeuger biete auch der schwache Euro, denn dieser komme momentan dem Export von EU-Milchprodukten zugute, zeigte sich Hegenberger überzeugt.
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