Aufgefangen vor dem Sturz

Ein professionelles Team hat die Firma wieder auf Kurs gebracht (von links): Siegfried Dorner, Thomas Beyer und Dr. Jochen Zaremba.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.09.2015
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Er hatte fünf Monate Zeit. Die wurden sinnvoll genutzt: Preisverfall und Verdrängungswettbewerb zwangen Siegfried Dorner im April, für seine Druckerei Dorner Print Concept GmbH & Co KG den Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen. Jetzt präsentierte der Inhaber einen Neustart. "Dorner Print & Mail e.K." geht an den Start, 75 Arbeitsplätze sind gesichert.

Pünktlich zum 1. September ging es los: Siegfried Dorner stellte beim Pressegespräch stolz die Erfolge der übertragenen Sanierung vor. In Zusammenarbeit mit dem Sanierungsexperten Thomas Beyer und dem gerichtlich bestellten Sachwalter Dr. Jochen Zaremba von der Kanzlei Dr. Harald Schwartz in Amberg ist es gelungen, sowohl den Standort Sulzbach-Rosenberg mit allen Betriebsteilen als auch die Arbeitsplätze voll zu erhalten. "Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen!" Die renommierte Druckerei arbeitet weiter im Drei-Schicht-Betrieb, sie firmiert jetzt unter "Dorner Print & Mail". Erschließung neuer Kundensegmente und strategische Kooperationen sollen für zusätzliche Auslastung sorgen. Den Neustart signalisiert optisch auch ein neues Firmen-Logo.

Kunden blieben treu

"2012 und 2013 waren die schlimmsten Jahre", erinnert sich Siegfried Dorner - jetzt aber falle der Markt wenigstens nicht mehr weiter. Vor allem im Großraum Nürnberg seien große Kapazitäten abgebaut worden. Aber die Stammkunden haben Dorner praktisch alle die Stange gehalten, auch in schwieriger Zeit: "Wir erhielten sogar Ermutigungsschreiben, langfristige Zahlungsziele wurden freiwillig verkürzt."

Sicherheit in der Lieferantenkette ging natürlich vor in dieser Zeit. Siegfried Dorner, der alleinige Inhaber der Druckerei, behielt während der gesamten Sanierung stets die Geschäftsführung, begleitet vom Experten Thomas Beyer. "Wenn das nicht so hochprofessionell gelaufen wäre, hätte ich das schnell beendet", versichert der Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Jochen Zaremba. Beiden sprach Dorner höchste Anerkennung für ihre Unterstützung und die fruchtbare, reibungslose Zusammenarbeit aus, auch im Namen der gesamten Belegschaft der Druckerei.

Teamarbeit und positive Erfahrungen in Grenzbereichen hätten dazu geführt, dass die Gläubigerversammlung am 31. August die Vorschläge einstimmig angenommen hatte. Das Konzept ging auf, die Druckerei Dorner ist nun wieder am Start. Und sie stellt erneut Leute ein: "Wir brauchen dringend qualifizierte Mitarbeiter", erklärt der Inhaber.

Optimisten hatten recht

Das umfangreiche Produkt-Folio blieb erhalten und wird ausgebaut: Bedrucken von Kunststoffen, Kleinformate und Veredelungen. Die neue Marke Mailingkunst soll den Anteil der Massenpostsendungen am Umsatz von rund 50 Prozent dokumentieren.

Der vorsichtige Optimismus, den Inhaber und Belegschaft schon im April nach dem Antrag an den Tag legten, hat sich bewahrheitet: Die Firma hat es aus eigener Kraft geschafft, sich mit der übertragenen Sanierung und großem Eigeneinsatz aller Beteiligten aus dem Sumpf zu ziehen.

Die Auftragsbücher sind voll, und die Maschinen laufen. Eine gute Nachricht aus Kauerhof.
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