Aus der Demenz herauslösen

Zahlreiche ehrenamtliche Sammler aus den Dekanaten Amberg-Ensdorf und Sulzbach-Hirschau waren erschienen. Dennoch gibt es inzwischen in vielen Pfarreien nicht mehr genügend Freiwillige, die in der Pfarrcaritas mitarbeiten wollen. Bilder: hae (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.11.2015
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Mit ihrem Einstieg machte Maria Plank als Referentin den Auftrag der Caritas schnell bewusst: Er zeigt das Bild von einer Rettungsstation für Schiffbrüchige, die sich im Laufe der Zeit zu einem bequemen Clubheim wandelt.

Die Leiterin des Referats für Gemeindecaritas auf Diözesanebene wollte damit sagen: "Gleicht unser Handeln in der Pfarrgemeinde eher einer Rettungsstation oder mehr einem Clubheim?" Mit der Einladung zum Empfang für Priester, Pfarrgemeinderatssprecher, Mitglieder der Sachausschüsse "Caritas und Soziales" sowie der ehrenamtlichen Sammler ins Pfarrzentrum St. Konrad in Ammersricht wollte der Caritasverband Amberg-Sulzbach zum einen engagierten Pfarrangehörigen danken, zum anderen auch zeigen, wie die Arbeit des Verbandes mit der Gemeindecaritas noch besser vernetzt werden kann.

In den Pfarreien

Dr. Wolfram Strack, stellvertretender Vorsitzender, begrüßte neben der Referentin besonders Regionaldekan Ludwig Gradl, Pfarrer Josef Irlbacher als Caritasbeauftragter für das Dekanat Sulzbach-Hirschau sowie Günter Koller, Geschäftsführer im Caritaskreisverband. Unter den Gästen war auch Landrat Richard Reisinger, aber diesmal als Sprecher des Pfarrgemeinderates von St. Marien in Sulzbach-Rosenberg. Für Strack ist Caritas ein Wesensmerkmal der Kirche. Sie vollzieht sich in den Bereichen Caritasverband und Pfarreien. Die verbandliche Arbeit leiste ihren Dienst in Krankenhäusern, Sozialstationen, Kindergärten und Beratungsstellen. In den Pfarreien der Dekanate Amberg-Ensdorf und Sulzbach-Hirschau gibt es daneben die lebendige Caritas durch ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer, die Besuchsdienste übernehmen oder Sammlungen organisieren.

Dritter Grundauftrag

Maria Plank führte in ihrem Impulsreferat hin zur Aufgabe jeder Pfarrgemeinde. Neben Verkündigung und der Liturgie des Wortes Gottes sei der dritte Grundauftrag jeder Gemeinde die Diakonie, besser bekannt als Caritas in Form der gelebten Nächstenliebe. Gemäß dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter sei "Sehen - Urteilen - Handeln" ein guter Wegweiser, wie Gemeindecaritas angepackt werden kann.

Mit "Gemeinsam essen - Mittagstisch für ältere und alleinstehende Menschen", Milderung von Kinderarmut durch die kostenlose Einbindung von Kindern in Spielgruppen, Sport oder Musik oder Nachbarschaftshilfe zur Stärkung der Kontakte listete sie einige in Pfarreien bereits erfolgreich eingesetzte Beispiele auf. Sehr wichtig geworden und von der Referentin den Aktiven ans Herz gelegt sind Themen wie die Inklusion von Menschen mit Behinderung und die Flüchtlingshilfe. Für die Arbeit mit Asylbewerbern habe die Diözese einen Hilfsfonds in Höhe von einer Million Euro geschaffen, der den Pfarreien und kirchlichen Verbänden dafür zur Verfügung steht.

"Der demografische Wandel lässt die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen weiter anwachsen. Durch Bildung einer Demenzgruppe", so Maria Plank, "kann der Kranke aus der Isolation herausgelöst und die Angehörigen können entlastet werden." Wichtiger als früher seien die Besuchsdienste in Altenheimen geworden. Mit einem Trauercafé könne man mit Menschen, die Ähnliches erlitten hätten, ins Gespräch kommen. "Die Möglichkeiten für die Gemeindecaritas sind vielfältig", ermunterte die Referentin die Mitglieder im Sachausschuss Caritas, machte aber auch deutlich: "Caritas ist ein Pflichtprogramm für jede Pfarrgemeinde!"

Hilfebedürftige Situationen

Die ehrenamtlichen Sammler sähen oft in den Haushalten genügend hilfebedürftige Situationen, die an den Sachausschuss weitergegeben werden können. Das Fachwissen und die erforderlichen Kräfte könne die Gemeinde dann vom Caritas-Kreisverband erhalten.
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