Ausstellungseröffnung im Landratsamt - Von Grabhügeln bis hin zu Burgruinen
Verborgene Schätze im Wald

Einen kurzen Rundgang durch die Ausstellung machten (von links) Forstdirektor Richard Scheglmann, Dr. Walter Irlinger, die Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl (SPD) und Dr. Harald Schwartz (CSU) sowie Willibald Götz, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Bilder: gf (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.02.2015
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Der Wald birgt interessante kulturhistorische Schätze und naturkundliche Denkmäler, die im Verborgenen schlummern, sagte Landrat Richard Reisinger bei der Eröffnung der Ausstellung "Denkmal im Wald" im Foyer des Landratsamtes. Noch bis Freitag, 20. März, können Interessierte die vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege konzipierte Ausstellung besuchen.

Der Wald sei weit mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen, betonte Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz. Vielen bleibe verborgen, welche Schätze und Denkmäler im Wald seien - solche, die von Menschenhand geschaffen oder die von der Natur selbst konstruiert wurden, etwa besondere Bäume oder Naturdenkmäler als Fels- oder Geländeformation. Laut Dr. Walter Irlinger, Archäologe am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, sind allein in Bayern gut 48 000 Naturdenkmäler registriert. Viele von ihnen seien durch Überalterung oder Witterungseinflüsse gefährdet. Der Wald sei geeignet, diese Naturdenkmäler - Jahrtausende alte Grabhügel oder Feldschanzen aus der Keltenzeit - zu schützen.

Mit einem Laserscan

Viele der verborgenen Schätze seien erst durch modernste Techniken zu erkennen, etwa mit dem Airborn Laserscan, mit dem "durch den Wald hindurch" das Gelände abgetastet werden kann. Dann kämen Wegestrukturen zutage, die bisher einfach übersehen worden seien. Über ganz Bayern erstreckte sich die Präsentation, mit der Irlinger seine Naturdenkmäler darstellte, darunter die Burgruine Roßsstein, die auf das 14. oder 15. Jahrhundert geschätzt wird, sowie der Rabenfels. Deutlich im Gelände zu erkennen war außerdem ein Ringwall bei Velburg sowie vorgeschichtliche Grabhügelfelder im Birgland oder im Bereich Ursulapoppenricht und Höhengau.

Der Blick in den Wald, so der Archäologe, wäre meist auf kaum 50 Meter begrenzt, Strukturen nicht erkennbar, aber mit modernster Technik gebe es kaum Grenzen. Der Experte bedauerte, dass Naturdenkmäler oder archäologische Anlagen zerstört werden können, wenn der Wald wirtschaftlich genutzt werde und Wege geschlagen werden müssten. Den Waldbesitzern und Forstverwaltungen legte Irlinger nahe, ihre Pläne frühzeitig mit dem Denkmalschutz abzusprechen. Befürchtungen, dass bekannte Naturdenkmäler oder vorgeschichtliche Grabfelder von Grabräubern geplündert würden, habe er nicht, fuhr er fort.

Auf jeden Fall bewahren

Der Bayerische Denkmalatlas sei jedermann zugängig und gebe Denkmäler in der Umgebung preis, die in eine Urlaubsplanung mit einbezogen werden könnten. Natur- und Umweltschützer sollten den Wald so bewahren sollten, damit nachfolgende Generationen etwas davon haben. Forstdirektor Richard Schecklmann, Leiter des Forstamt Amberg, sagte, der Wald habe eine Schutzfunktion für Naturdenkmäler.
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