Barock und Jazz in Harmonie

Für viel Abwechslung sorgten die Stücke aus verschiedenen Epochen im Kirchenschiff der Herz-Jesu-Kirche. Musik von Barock bis Gegenwart hatten die Bläser des CVJM-Posaunenchors und Organist Christian Hammerschmidt im Programm. Das Publikum war begeistert. Bild: aja
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.04.2015
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Dreizehn Bläser und eine Orgel in einer fast vollen Kirche - das gibt Klang vom Feinsten. Der Posaunenchor des CVJM Rosenberg und Organist Christian Hammerschmidt schöpften bei ihrer Andacht mit festlicher Musik in der Rosenberger Pfarrkirche Herz Jesu aus dem Vollen.

"In der gemeinsamen Freude an der Musik beweist sich das harmonische Zusammenleben von Christen aller Konfessionen", sagte Pfarrer Thomas Saju und wünschte eine besinnliche Erhebung im ökumenischen Geiste.

Kurt Lehnerer, der den Abend musikalisch leitete, stellte in seiner Einführung fest, dass der Rosenberger CVJM-Posaunenchor seit 105 Jahren besteht und somit der älteste in ganz Ostbayern ist. "In diesen vielen Jahren waren wir aber nur ganz selten hier in der Pfarrkirche Herz-Jesu. Deshalb freuen wir uns, dass wir heute hier spielen dürfen", fügte er hinzu.

Bläser- und Orgelklang

Ein stimmungsvolles Programm mit Musik von Barock bis Gegenwart hatten die Bläser und Organist Christian Hammerschmidt mitgebracht. Schon das erste Stück, das "Rigaudon für Bläser und Orgel" von André Campra füllte das Gotteshaus mit mächtigem Klang, dessen großartige Wirkung durch den Nachhall verstärkt wurde. Die "Ankunft der Königin von Saba" von Georg Friedrich Händel registrierte Hammerschmidt vergleichsweise "barock" und transparent, was der majestätischen Wirkung keinen Abbruch tat.

Das berühmte "Halleluja" aus dem Oratorium "Der Messias" von Händel wurde in einem Arrangement für Posaunenchor und Orgel aufgeführt. Orgel und Bläser waren dabei so fein abgestimmt, dass die Orgel auch an den Tutti-Stellen immer hörbar blieb. Die Taktabstimmung zwischen Orgel und Bläsern, die wegen der großen Entfernung zwischen Empore und Altarraum sehr schwierig ist, meisterten die Musiker bestens.

Johann Sebastian Bach fordert große Präzision von seinen Musikern, die von Bläsern und Organist geliefert wurde. Interessant war vor allem der für Bläser arrangierte Ausschnitt aus dem "Brandenburgischen Konzert No. 3". Eigentlich ist das ja ein Orchesterwerk, aber wenn sich alle Bläser ein zurückhaltendes Piano auferlegen, dann klingt es mit Posaunenchor genauso gut. Im dritten Teil mit zeitgenössischer Musik konnte die Orgel bei "The Beginning" und "Straight Ahead" von Michael Schütz ihr Klangpotenzial zeigen. Und auch die Bläser durften das Tempo deutlich erhöhen. Bei "Best Memories" von Dieter Wendel und "Just a Closer Walk With Thee" von Richard Roblee gab es richtigen New-Orleans-Sound mit einem schönen Trompetensolo zu hören.

Schöne Trompetenstimme

Absoluter Höhepunkt war allerdings der "Tango Afferado" von Thomas Riegler. Das uralte Kirchenlied "Von Gott will ich nicht lassen" wurde hier mit argentinischem Rhythmus und Jazz-Harmonien in genialer Weise kombiniert.Auch die Gemeindelieder passten sehr gut zum Charakter des Abends, insbesondere "Nun danket alle Gott", dessen dritte Strophe vom Posaunenchor mit dem bekannten Satz von Johann Sebastian Bach begleitet wurde.

Die wunderschöne Trompetenstimme ergriff jeden Zuhörer. Vor dem Segen trug Pfarrer Saju noch ein gesungenes Gebet aus seiner indischen Heimat vor: Mögen alle Menschen in Frieden leben, möge kein Lebewesen Schmerzen leiden.

Da das Publikum ausdauernd applaudierte, gab es als Zugaben noch ein Instrumentalstück des Barockkomponisten Johann Fischer und ein swingendes "Amen". Am Ausgang wurde in einer Tuba eine Kollekte für den behindertengerechten Umbau des Kettelerhauses gesammelt, und das dankbare Publikum spendete gerne.
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