Bauausschuss lehnt Bepflanzung des Vorplatzes ab
Freie Anfahrt für die Wehr zum Einsatz

Der Vorplatz in der Bayreuther Straße soll so bleiben , wie er ist, meint auch die Feuerwehr - schließlich braucht sie jeden Meter davon für Fahrzeuge.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
16.09.2015
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Bäume und Sträucher oder doch eher Parkplätze für den Einsatz? An einem Antrag, den Vorplatz des Feuerwehrhauses in der Bayreuther Straße wieder zu begrünen, entzündete sich eine längere Debatte in der Bauausschusssitzung. Und am Ende erteilte dann Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn dem "optischen Grünzeug" eine klare Absage.

Das Grün vermisste Dr. Thomas Steiner (SPD) auf dem Vorplatz des Gerätehauses, deshalb hatte er eine Neubepflanzung angeregt. Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn nahm im Ausschuss dazu Stellung: "Durch den Erweiterungsbau musste wegen des Wegfalls der Parkfläche eine Kompensation der insgesamt nötigen 58 Stellplätze für Einsatzkräfte und maximale Unterbringung auf dem verfügbaren Grundstück erreicht werden", schilderte sie die Situation.

Die neue befestigte Fläche ermögliche nur 22 Stellplätze, weitere neun seien am Pestgärtlein vorgesehen und im Winter problematisch zu nutzen. Die restlichen seien am Großparkplatz, "mit fußläufiger Verbindung durchs Bauhofgrundstück".

Ersatz an der Allee

Acht Bäume fielen der Baumaßnahme zum Opfer, für einen Ersatz auf der Feuerwehrfläche sei aber nicht ausreichend Platz. "Ersatzpflanzungen sind vorgesehen nahe der Kläranlage am Rosenbach mit Linden und Schwarzerlen, ebenso ein Baum-Ersatz an der Allee", berichtete die Stadtbaumeisterin. Sie schlug am Feuerwehrhaus kleinwüchsige Bepflanzung neben der Eingangstreppe und an der rückwärtigen Grundstücksgrenze vor sowie einen Pflanztrog an der Straße.

Damit zeigte sich Dr. Thomas Steiner ganz und gar nicht einverstanden: Stellflächen schön und gut, meinte er, aber es herrsche zu viel Pflaster vor, von dem sich neues Grün abheben müsse. Ein Problem durch Sichtbehinderung an der Ecke Annabergweg/Bayreuther Straße sah er auch nicht: "Mit gutem Willen wäre hier planerisch schon was gegangen."

Einen Baumverzicht lasse er nicht gelten, "das Ergebnis ist städtebaulich nicht schön!" Petra Schöllhorn verwies auf intensive Gespräche mit Feuerwehr und Ordnungsamt: "Eine größere Bepflanzung scheidet wegen Sichtbehinderung ganz klar aus, auch am alten und neuen Eingang will die Feuerwehr das nicht". Norbert Klotz (CSU) wollte keine Ad-hoc-Entscheidung und verwies auf den 2. Bauabschnitt, die Altbausanierung sowie die Wünsche des Nutzers.

Das sah auch Christian Steger (CSU) so: "Eine jetzige Bepflanzung ist dann bei der Sanierung des alten Hauses wieder im Weg!" Die Parkplätze für anrückende Aktive seien sowieso schon enorm reduziert, es komme auf Minuten an beim Einsatz, gab die Stadtbaumeisterin zu bedenken. Auch die Ecken der Flächen müssten deswegen befahrbar bleiben - "schließlich kann ja vor den Ausfahrtstoren des Gerätehauses kein Auto geparkt werden!" Das Schlusswort oblag dann dem Umweltbeauftragten des Stadtrates: "Schade natürlich, dass die Bäume weg sind", meinte Peter Zahn, aber wertvolle Natur wird hier sowieso nie entstehen. Dann lieber ordentliche Ausgleichsmaßnahmen statt Pseudo-Ökologie und optisches Grünzeugs!" Das sah der Bauausschuss genauso und entschied sich gegen zwei Stimmen für den Vorschlag des Bauamtes. Eventuell kommen also Pflanzkübel zum Einsatz.
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