Bauernverband wählt neuen Kreisobmann - Nicht generell gegen TTIP
Dieter Dehling übernimmt

Dank für den bisherigen stellvertretenden Kreisobmann Hans Meier (Zweiter von links) und Glückwünsche für den Nachfolger Dieter Dehling (Mitte) hatten Bezirkspräsident Franz Kustner (links) Bezirksdirektor Peter Hubmann und der Leitende Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz (rechts) parat. Bild: bt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.04.2015
12
0
Wie kann der Bauernverband die verschiedenen Interessen von aktiven und passiven Landwirten, von Verpächtern und Pächtern und von den unterschiedlichen Produzenten unter einen Hut bringen? Vor dieser Herausforderung steht der Bayerische Bauernverband (BBV) schon seit seiner Gründung vor 70 Jahren.

Neuer stellvertretender Kreisobmann ist der Vorsitzende des Verbands landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen (VLF), Dieter Dehling. Er erhielt bei der Obmännertagung im Gasthof Zum Wulfen ein einstimmiges Votum. Der bisherige Amtsinhaber Hans Meier war, wie bei seiner Wahl vor vier Jahren angekündigt, zurückgetreten.

Angesehener Beruf

Die Landwirte sollten nicht nur auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren, sondern mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit die Verbraucher über das Wirken der bäuerlichen Landwirtschaft aufklären, riet der Leitende Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz. Dabei sei der BBV unverzichtbar. Über den Mehrfachantrag und die Förderung für Junglandwirte bis 40 Jahre, informierte der Geschäftsführer Thomas Bayerl. Wer beim Ausfüllen Unterstützung brauche, könne sich an die Geschäftsstelle wenden.

Eine positive Bilanz zog der BBV-Bezirkspräsident und Kreisobmann Franz Kuster. Man habe zwar nicht alles in den vergangenen 70 Jahren durchsetzen können, doch beispielsweise in den Bereichen der Nachhaltigkeit und Schutz des Eigentums sei der Interessenverband erfolgreich gewesen. Trotz mancher Probleme könne die Landwirtschaft optimistisch in die Zukunft blicken, sagte BBV-Direktor Peter Huber. Denn in vielen Bereichen spiele die Landwirtschaft eine wichtige, wenn nicht sogar eine entscheidende, Rolle.

Laut Umfragen schätzten 44 Prozent der Bevölkerung die Landwirtschaft als wertvoll für die Gesellschaft und stuften den Beruf des Landwirts bei der Wertschätzung hinter Ärzten und Lehrern an dritter Stelle ein. Bei der Produktion von Lebens- und Nahrungsmitteln sollte auch beachtet werden, dass bei der ständig ansteigenden Weltbevölkerung auch eine höhere Produktion nötig sei. Nach Schätzungen dürften 2050 rund 9,1 Millionen Menschen auf der Erde leben. Damit diese auch alle sich satt essen können, reiche es nicht aus, wenn die Landwirtschaft nur für das eigene Land produziere, gab der Referent zu bedenken.

Durch die Hintertür

Die EU behaupte, dass die Bundesrepublik beim Schutz des Grundwasser hinter vielen Ländern in Europa zurückliege. Diese Einschätzung komme daher, dass die Messlatte in verschiedenen Ländern unterschiedlich hoch sei. Durch eine Verschärfung der Düngeverordnung, die auf diesen Daten beruhe, werde eine Strukturpolitik durch die Hintertür betrieben, mit der Folge, dass kleinere Betriebe aufgeben müssten, kritisierte der BBV-Direktor. Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den USA biete Risiken, aber auch Chancen für die deutsche Landwirtschaft. Der BBV lehne TTIP nicht generell ab, sondern setze sich kritisch damit auseinander.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.