Bei den Buchstaben daheim

Helmut Spies zeigte den Kindern der Pestalozzischule, wie der Bleisatz funktioniert. Die Klasse 4c und Lehrerin Daniela Schön waren begeistert vom Besuch in der historischen Druckerei Seidel und der Buchhandlung Dorner. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
16.04.2015
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Bücher sind einfach wunderbar. Sie versetzen den Leser in andere Welten und schenken Abenteuer oder Entspannung. Aber wo kommen die Bücher eigentlich her? Die 4c der Pestalozzischule weiß es jetzt.

Zum Welttag des Buches (23. April) besuchte die Klasse mit Lehrerin Daniela Schön die Buchhandlung Dorner und die Seidel-Druckerei. Händlerin Hannelore Mayr-Dorner veranschaulichte die Entstehungsgeschichte eines Buches: Zunächst verfasse ein Autor eine Geschichte. Das Manuskript schicke er an einen Verlag. Wenn dieser entscheide, das Buch herauszugeben, werde es am Computer gesetzt und Illustrationen angefertigt. Dann könnten die Seiten gedruckt werden.

Auf Spuren Gutenbergs

In der Buchbinderei entstehe aus den gedruckten Seiten das Buch. Das werde schließlich an die Buchhandlungen ausgeliefert, wo man es kaufen könne. Bei einer Rallye erforschten die Kinder die Buchhandlung. Sie stellten fest, wann das Geschäft öffnet, welche Abteilungen es hat und, am allerwichtigsten, wo die Kinderbücher stehen. Die jungen Besucher konnten den vollen Bücherregalen nicht widerstehen.

Dorner erinnerte daran, dass es Johannes Gensfleisch von Gutenberg war, der ab 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand. "Dadurch wurde die allgemeine Verbreitung von Wissen ermöglicht", erklärte die Fachfrau. Im historischen Druckereisaal zeigte Helmut Spies, wie der Druck mit beweglichen Lettern funktioniert.

Fasziniert sahen die Kinder zu, wie er Buchstabe für Buchstabe in einer Zeile zusammensetzte, bis eine vollständige Seite entstanden war. Alle Lettern wurden in einem Setzrahmen zusammengeschraubt und in die Druckmaschine eingelegt, dann konnte es losgehen. Der alte Heidelberger Tiegel arbeitete erst langsam, dann immer schneller und gab die bedruckten Erinnerungsblätter aus. Spies erklärte den Kindern die Papierzufuhr und das Farbwerk.

Zum Abschied ein Blatt

Zum Abschied schenkte er jedem Kind ein Blatt, das er auf dem Tiegel gedruckt hatte. Dann durften sich die Schüler vom Bücherflohmarkt ein Kinderbuch aussuchen. In den nächsten Tagen werden noch zehn weitere Grundschulklassen diesen Ausflug machen.
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