Bekenntnis zum Standort

Klaus Emmerich, Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach (rechts) erläuterte Kreisrat Hans Pickel, Stadtrat Karl-Heinz Kreiner, dritten Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein und Kreis- und Verwaltungsrat Dr. Martin Pöllath (von links) die finanzielle Seiten der Investitionen. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.11.2015
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Die Farbe an den Wänden ist gerade erst getrocknet, aber die Patienten und ihre Besucher fühlen sich hier schon jetzt sichtlich wohl. Kreistags- und Stadtratsfraktion der FWS/FDP besichtigten das St.-Anna-Krankenhaus.

Die Mandatsträger trafen sich im neuen hotelähnlichen Empfangsbereich, dem ComCenter, mit Vorstand Klaus Emmerich. Seit ihrem letzten Besuch habe sich viel getan, stellten die Politiker fest. Emmerich präsentierte die erfolgreich abgeschlossenen Umbauten. So wurde heuer im Januar das neue Gebäude der Krankenpflegeschule in Containerbauweise eröffnet. Im August konnte die neue Entbindungsstation mit modernster Technik und freundlicher Gestaltung in Betrieb genommen werden. Im September weihte die Belegschaft die Operationseinheit mit drei technisch ausgefeilten Operationssälen ein. Ganz nebenbei habe das St.-Anna-Krankenhaus noch ein Zimmer für die Betreuung dementer Patienten eingerichtet, um diesen mehr Orientierung im Klinikalltag zu ermöglichen.

Investitionslücke füllen

Außerdem, führte Emmerich aus, habe das Haus in modernste Medizintechnik investiert, denn, wie der Krankenhausvorstand sagte: "Unser Ziel ist es, höchstmögliche Qualität und besten Service für die Patienten zu gewährleisten. Davon darf es keinerlei Abweichung geben." Die Politiker interessierten sich besonders für die finanziellen Seiten der Investitionen des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach.

Emmerich berichtete, dass die Gesundheitspolitik der vergangenen 25 Jahre zu einer enormen Investitionslücke in deutschen Kliniken geführt habe. Das Deutsche Krankenhausinstitut habe festgestellt, dass deutsche Krankenhäuser jährlich 5,3 Milliarden Euro für Investitionen ausgeben. Dem stehen jedoch nur 2,7 Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln der Bundesländer gegenüber. Für die verbleibenden 2,6 Milliarden Euro fehle den Krankenhäusern jegliche finanzielle Grundlage. Deshalb haben in den vergangenen Jahren in der nördlichen Oberpfalz fünf von insgesamt 16 Kliniken schließen müssen. Auch das St.-Anna-Krankenhaus und die St.-Johannes-Klinik in Auerbach sind von der unzureichenden finanziellen Ausstattung durch das Land betroffen.

"Ich bin deshalb sehr dankbar für die hohen Investitionszuschüsse, die der Landkreis Amberg-Sulzbach jedes Jahr aufwendet, um seine beiden Krankenhäuser immer wieder zukunftsfähig zu machen und langfristig in ihrem Bestand zu erhalten", sagte Emmerich anerkennend. Kreisrat Dr. Martin Pöllath, Mitglied des Verwaltungsrats des Kommunalunternehmens, bekräftigte, dass die politischen Verantwortungsträger des Landkreises hinter den Krankenhäusern stehen: "Wir sind davon überzeugt, dass Gesundheitsfürsorge die vornehmste Aufgabe der kommunalen Daseinsfürsorge ist. Die Ökonomie darf nicht über den Belangen der Humanität stehen."

Wohnortnahe Betreuung

Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Reitzenstein betonte, dass sich die FWS/FDP sowohl im Kreistag als auch im Stadtrat weiter intensiv für die beiden Häuser einsetzen werde: "Es ist unser erklärtes Ziel, die wohnortnahe medizinische Betreuung der Bevölkerung auf qualitativ hohem Niveau sicherzustellen."
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