Bergmann macht's

Uwe Bergmann. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
10.11.2015
28
0

Uwe Bergmann soll der neue Kreisvorsitzende der SPD werden. Das schlägt der Vorstand bei der Kreiskonferenz am Freitag den Mitgliedern vor. Ein Amberger Vorstoß macht dem aktuellen Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl dagegen wenig Freude.

Strobl bestätigte am Dienstag auf AZ-Nachfrage, dass der Kreisvorstand sich in seiner Sitzung Ende Oktober auf den 44-jährigen Schnaittenbacher Uwe Bergmann als neuen Kreisvorsitzenden festgelegt habe. Er ist seit 2013 einer von Strobls drei Stellvertretern.

Ein Stellvertreter mehr

Auf der Vorschlagsliste der Parteispitze für die Kreiskonferenz am Freitag, 13. November, um 19 Uhr im Gasthaus Michl in Oberleinsiedl stehen jetzt laut Strobl vier Stellvertreter: Bezirksrat Richard Gaßner (Kümmersbruck) und Kreistags-Fraktionssprecher Winfried Franz (Neukirchen), die dieses Amt bisher schon innehatten, sowie die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann (Birgland) und Achim Bender, der Fraktionssprecher im Sulzbach-Rosenberger Stadtrat. Kassier solle Michael Rischke (Ursensollen) bleiben, der 2014 Landratskandidat der Kreis-SPD war.

"Es ist aber möglich, in der Versammlung selbst Vorschläge für die Ämter zu machen", erläuterte Strobl zu den Formalien. Erfahrungsgemäß kämen die immer vor allem für die weiteren Vorstandsposten, die nicht mit bestimmten Aufgabengebieten verbunden seien. Rund 60 Delegierte werden bei der Kreiskonferenz über den neuen Vorstand entscheiden. Reinhold Strobl hat das Amt des Kreisvorsitzenden seit über 30 Jahren inne. Vor seinem 65. Geburtstag im Mai hatte er erklärt, nicht noch einmal für diesen Posten anzutreten.

Amberg setzt auf Fruth

Die Amberger SPD geht davon aus, dass Strobl mit dem Kreisvorsitz bei der nächsten Landtagswahl auch auf sein Listenmandat verzichtet. Sie hatte vergangene Woche bei einer Pressekonferenz Ansprüche ihrer Stadtrats-Fraktionschefin Birgit Fruth (45) auf die Listenkandidatur als Abgeordnete bei der Wahl im Jahr 2018 angemeldet. Das wurde unter anderem damit begründet, Strobl habe ja angekündigt, sich dann aus der Landespolitik zurückzuziehen.

"Ich habe noch gar nichts schriftlich erklärt", hält Strobl dagegen. Seine Münchner Kollegen drängten ihn sogar immer wieder, doch noch eine Wahlperiode anzuhängen. "Meine Entscheidung dazu werde ich nicht vor Ende nächsten Jahres bekanntgeben", sagt der Schnaittenbacher, der seit 2005 im Maximilianeum sitzt. Er ist über den Amberger Vorstoß nicht glücklich und hat das auch in einem Schreiben an die Mitglieder der Landkreis-SPD deutlich gemacht. "Ich halte es nicht für gut, frühzeitig so eine Diskussion anzufangen", fasst er seine Bedenken gegenüber unserer Zeitung zusammen. Viel wichtiger sei ohnehin die Vorbereitung der Bundestagswahl im Jahr 2017. Da sei zuletzt Brigitte Bachmann als Kandidatin der regionalen SPD angetreten. Bisher sei noch nicht offiziell geklärt, ob sie das auch in zwei Jahren tun wolle.

Strobls designierter Nachfolger Bergmann hält diese Diskussion ebenfalls für verfrüht. Es sei natürlich legitim, dass die Amberger sich positionierten. Doch solle man erst einmal abwarten, wie sich die Kandidatenlage auf Oberpfalz-Ebene darstelle, ehe man über Personen entscheide. "Weil es wichtig ist, das wieder ein SPD-Vertreter aus unserer Region in den Landtag kommt, muss man darauf achten, dass er auf der Liste möglichst gut Chancen hat."

Delegierte entscheiden

Die Entscheidung über die Kandidaten für den Landtag fällt die SPD-Stimmkreiskonferenz im Stimmkreis 301, der die Landkreise Amberg-Sulzbach und Neumarkt sowie die Stadt Amberg umfasst. Bei der letzten Nominierung Strobls 2012 stimmten dort 72 Delegierte aus den Ortsvereinen ab. Laut Strobl steht ihnen dabei ein Delegierter je angefangene 20 Mitglieder zu.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.