Besitz von Marihuana und Crystal Speed bringt 27-jährigen Mann über zwei Jahre ins Gefängnis
Heiße Ware bei Hausdurchsuchung

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.05.2015
10
0
Die Rauschgiftlieferung kostete knapp 2500 Euro. Dafür bekam ein 27-Jähriger aus dem Raum Sulzbach-Rosenberg 110 Gramm Marihuana und 30 Gramm der hoch gefährlichen Droge Crystal Speed. Der Deal sollte Folgen für ihn haben. Sie führten den jungen Mann vor das Amberger Schöffengericht.

Alles zum Eigenverbrauch oder zumindest ein Teil der Drogenlieferung zum Weiterverkauf gedacht? Diese Frage beschäftigte nun die Amberger Richter drei Stunden lang. Im Prozess ließ der Angeklagte erkennen, dass die in Sulzbach-Rosenberg von ihm erworbene und bei einer Hausdurchsuchung entdeckte heiße Ware ausschließlich für ihn selbst gedacht war. Dem aber stand gegenüber, dass der junge Mann bei seiner Vernehmung durch Kripofahnder eingeräumt hatte, an einen teilweisen Weiterverkauf gedacht zu haben. Daran hielt sich das unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich tagende Schöffengericht. "Wir haben keinen Zweifel, dass damit gehandelt werden sollte."

Während des Prozesses wurde deutlich, dass der junge Mann auch schon vor Weidener Richtern stand und dort 20 Monate mit Bewährung wegen einer Drogeneinfuhr bekam. Kein unbeschriebenes Blatt also. Als Sachverständiger hatte der Amberger Landgerichtsarzt Dr. Reiner Miedel den 27-Jährigen untersucht. Vor dem Schöffengericht gelangte Miedel zu der Auffassung, dass eine Drogentherapie angeordnet werden sollte.

Das war auch im Sinn des Angeklagten, der in seinem Schlusswort äußerte: "Ich möchte wieder aus dem Haus gehen können, ohne vorher etwas konsumiert zu haben." Staatsanwältin Manuela Zeller ging in ihrem Plädoyer vom Verbrechenstatbestand des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln aus. "Das geschah unter laufender Bewährung", führte sie den Richtern vor Augen und verlangte zweieinhalb Jahre Haft. Der Unterbringung in einer Entzugsmaßnahme widersetzte sich die Anklagevertreterin nicht.

Für Therapie plädiert

Vom Handel mit Drogen könne keine Rede sein, argumentierte Verteidiger Dr. Walther Kießel. Von daher hielt er eine Therapie für ausreichend. Das Schöffengericht schloss sich zwar der staatsanwaltschaftlichen Auffassung an, blieb aber unter dem Strafantrag und verhängte zwei Jahre und drei Monate Gefängnis. Außerdem kommt der 27-Jährige in eine längerfristige Entzugsmaßnahme.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.