Bibelmobil der Stadtmission Berlin macht Station
Ohne Buchdruck keine Reformation

Aufmerksam verfolgen die Konfirmanden der Christuskirche und die Mitarbeiter der Evangelischen Jugend die Druckvorführung. Auch Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz, Diakonin Irene Elsner und Kirchenvorsteher Achim Groth (hinten von rechts) hören interessiert zu. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.07.2015
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"War König David ein Hallodri?" "Erfand Gott wirklich den Regenbogen?" Diese und andere Fragen stehen in riesengroßen Buchstaben am Bibelmobil der Stadtmission Berlin. Derzeit ist der umgebaute Doppeldeckerbus in Bayern unterwegs - zuletzt in Sulzbach-Rosenberg und Amberg. Möglich wurde das durch eine Kooperation mit dem Bibelzentrum Bayern.

Mit Religionslehrern

Zunächst stand der umgebaute Bus am Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ). Eine nach der anderen kamen drei SFZ-Klassen, je eine der Pestalozzi- und der Hauswirtschaftsschule sowie vom Herzog-Christian-August-Gymnasium mit ihren Religionslehrkräften zu einer etwas anderen Unterrichtsstunde.

Barbara Hessenauer zeigte einem Teil der Kinder und Jugendlichen die Ausstellung im Bus. Da gab es Bibelspiele und einen Computer, an dem man überprüfen konnte, ob der eigene Vorname biblischen Ursprungs ist. In langen Regalreihen waren Bibeln in verschiedensten Sprachen zu bestaunen, darunter ein Exemplar in Blindenschrift, eine wasserfeste Badewannenbibel und sogar die kleinste Bibel der Welt, die man nur unter dem Mikroskop lesen kann. Dargestellt wurde auch die Geschichte der Bibel von den ersten alttestamentarischen Schriften bis heute.

Heute gibt es in fast jedem Haus eine Bibel. Voraussetzung dafür ist der Buchdruck. Hessenauers Kollege Andreas Schmidt zeigte deshalb vor dem Bus mit einer Druckmaschine, wie man vor 500 Jahren mit beweglichen Lettern druckte. Der Buchdruck, erfuhren die Schüler, war die Voraussetzung für die Verbreitung der Reformation. Schmidt hatte den Psalm 23 gesetzt, und so druckten die Jugendlichen den Psalm Blatt für Blatt. Sie staunten, wie aufwendig und arbeitsintensiv dies war und wie kostbar zu Luthers Zeiten eine Bibel.

Auch Passanten

Am Nachmittag kam der Bus zum Luitpoldplatz. Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz und die Diakoninnen Irene Elsner und Sabrina Schmidt nutzten mit ihren Konfirmandengruppen das pädagogische Angebot des Mobils. Auch Dekan Karlhermann Schötz schaute herein. Passanten blieben stehen, um sich zu informieren. Auf großes Interesse stieß die "Thesen-Thür". Hier konnte man Ideen und Wünsche für eine bessere Welt aufhängen: Armut, Flüchtlinge, Frieden, Gerechtigkeit, Griechenland und Rassismus beschäftigten dabei die Besucher.
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