"Blockadehaltung aufgeben"

Hier im alten Stadtbad hätten sich die Jusos zwei neue Beachvolleyballfelder vorgestellt. Der Stadtrat lehnte das Ansinnen allerdings in seiner März-Sitzung ab. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.04.2015
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Die Jusos reagieren mit Unverständnis auf die Ablehnung zweier Beachvolleyballfelder im alten Stadtbad. Besonders irritiert zeigte sich die SPD-Jugend vom Vorschlag des CSU- Stadtrates Florian Barth, am Annaberg einen Zeltplatz für junge Leute zu schaffen. Vorsitzender Dominik Dümmler sieht bei der JU einen Wortbruch.

Eine Diskussionsrunde der Jusos befasste sich mit den jüngsten Abstimmungen im Stadtrat. Die CSU brüste sich damit, die gestaltende Kraft der Herzogstadt zu sein und gleichzeitig immer den Finger zu erheben, wenn es darum ginge, Geld zu sparen. Gleichzeitig kämen aber von ihr Vorschläge wie etwa der Zeltplatz am Annaberg, die weit mehr Geld kosten würden, als der Vorschlag der Jungsozialisten für die Volleyballfelder im alten Stadtbad. Die Jusos sehen hier eine Blockade ihrer Idee aus parteipolitischen Gründen. Das Gemeinwohl bleibe dabei auf der Strecke. Außerdem spiele man mit den Schreckgespenstern Lärmbelästigung und Toilettenproblem Jung und Alt gegeneinander aus - eine unfaire, unnötige Strategie, wie die Jusos fanden.

Hand schon ausgestreckt

Besonders enttäuscht zeigten sich die Jungsozialisten aber über das Verhalten von Stadtrat Florian Barth: Man habe die Hand an die anderen Jugendorganisationen bereits ausgestreckt und sich mit deren Vertretern getroffen. "Es ging nicht darum, die Volleyballfelder als eigenen politischen Erfolg zu verkaufen, sondern eine Verbesserung der Freizeitmöglichkeiten für junge Menschen in Sulzbach-Rosenberg zu schaffen", erinnerte Dominik Dümmler.

Hier habe auch die Junge Union signalisiert, dass bei einem gekürzten Konzept des Mehrgenerationenparks (ohne Tischtennis und Basketball) eine Einigung aussichtsreich wäre. Weshalb der ehemalige Vorsitzende der JU anschließend im Stadtrat dagegen votierte, sei deshalb nicht nachvollziehbar.

Was die Sparpläne der CSU anging, so schlossen sich die Jusos der Kritik ihrer Mutterpartei an. Sämtliche Vorschläge seien entweder "kalter Kaffee", da schon längst in Bearbeitung, oder hätten nachweisbar keinen Effekt auf den Schuldenabbau. Andererseits dann jedoch Geld für die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und Campingmöglichkeiten ausgeben zu wollen, passe nicht in das Bild, das die CSU von sich in der Bevölkerung schaffen wolle.

Noch einmal wiederholten die Jusos ihre Argumente für die Erweiterung des alten Stadtbades. Der Platz sei ideal gelegen, zentral und bereits in ähnlicher Nutzung. Toilettenanlagen wären in überbrückbarer Distanz im Bürgerpark vorhanden. Allerdings mahnt Dümmler auch: "Das Argument der fehlenden Toiletten lassen wir so nicht gelten. Wenn man so argumentiert, müsste man überall Toiletten bauen, im Wald für die Jogger und an jedem Bolzplatz."

Eine Bereicherung

Der so erweiterte Platz wäre eine Bereicherung für Jung und Alt. Auch die Schulen rundherum könnten die Volleyballfelder nutzen. "Und", so Dümmler, "anderswo geht das ja auch. Bei einer Stadt um die 20 000 Einwohner ist diese Debatte wirklich eine Schande. Zwei Volleyballfelder sollten schon drin sein."

Die Jusos appellieren daher an die Gegner des Vorschlages, ihre Haltung nochmals zu überdenken und die Blockadehaltung aufzugeben. Denn Sulzbach-Rosenberg bleibe nur dann auch für junge Menschen attraktiv, wenn Angebote geschaffen würden.
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