Brennpunkt der Geschichte

Die vier Musiker des "tschäskwartett" sorgen am kommenden Samstag im Seidel-Saal für gemütliche Atmosphäre. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.03.2015
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Kultur und Bier schließen sich nicht aus, im Gegenteil: Im Seidel-Saal gibt es Bock, im Pamler geschichtliches zum Sulzbacher Fürstenhof.

Das erfolgreiches Fest "Bock auf Jazz" kommt wieder: Am 28. März steigt es im Seidelsaal, diesmal mit dem "tschäskwartett". "Das sind die bekannten Musiker Georg Leugner-Gradl, Klaus Hauenstein, Konny Sommer und Uli Lommer (Klarinette, Saxofon, Akkordeon, Bass, Gitarre, Percussion, Gesang). Sie haben Jazz-Standards, Swing und auch alte Schlager im Repertoire", erläutert unserer Zeitung Peter Geiger, Vorsitzender des Förderkreises.

Reinerlös für Saal

"Dazu bieten wir Wein, Bier (natürlich auch Bockbier) und Brotzeiten an, das Catering besorgt wieder die Vorstandschaft des Förderkreises in Eigenregie", kündigt der Vorsitzende an. Natürlich wird der Erlös dieses Abends ausschließlich zum Erhalt der historischen Druckerei Seidel verwendet. Der Eintritt kostet sieben, im Vorverkauf, an der Abendkasse acht Euro. Vorverkaufsstellen sind die Buchhandlungen Dorner und Volkert. Verbindliche Reservierungen sind möglich über Historischer.Seidelsaal@t-online.de.

Die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele laufen heuer vom 10. bis 19. Juli im Schlosshof. Peter Geiger arbeitet im Vorfeld der Festspiele an der Organisation mit. Um den historischen Hintergrund beim interessierten Publikum besser zu verankern, organisiert er einige Vorträge über die Zeit von Herzog Christian August und Knorr von Rosenroth in Sulzbach. Kleiner als ein heutiger Landkreis, aufgespalten in vier Teile, aufgereiht wie an einer Perlenschnur quer durch die Oberpfalz: Dieses eigenartige Gebilde war das souveräne, eigenständige Fürstentum Pfalz-Sulzbach.

Aber noch ungewöhnlicher: Im konfessionellen Zeitalter, wenige Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg entwickelte sich Pfalz Sulzbach unter Herzog Christian August zu einem damals in Europa höchst seltenen Hort der Toleranz und religiösen Liberalität. Katholiken, Lutherische, Calvinisten, Spirituelle und vor allem auch Juden waren in seinem Fürstentum willkommen und konnten unter seinem Schutz ihre Religion frei und ohne Angst ausüben.

Die Wurzeln dieses bemerkenswerten Fürstentums reichen weit zurück in die Zeit des Landshuter Erbfolgekrieges im Jahre 1504, als das damals bairische Sulzbach ein Teil des neugeschaffenen Territoriums Pfalz Neuburg wurde.

Vortrag in Landkutsche

1656 erreicht Herzog Christian August durch geschicktes Verhandeln die Unabhängigkeit seines Territoriums und wurde hier zum Garanten religiöser Toleranz. Ebenso geriet der Sulzbacher Hof in seiner Zeit zu einem Brennpunkt der europäischen Geistesgeschichte, an dem sich nicht nur Knorr von Rosenroth und Leibniz aufhielten, sondern sich auch viele andere Geistesgrößen Europas begegneten.

Diese Ereignisse und Personen sind Thema von Peter Geigers Abend über die politische Geschichte des Fürstentums Pfalz-Sulzbach. Der Vortrag ist Donnerstag, 26. März, 20 Uhr im historischen Gasthaus Pamler "Zur Landkutsche", Eintritt frei.
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