Brief- und Paketzusteller seit gestern auch im Raum Sulzbach-Rosenberg im unbefristeten Streik
Gewerkschaft erhöht den Druck

Seit Donnerstag sind auch die bei Verdi organisierten Sulzbach-Rosenberger Postler im Ausstand. Vor dem Betriebsgebäude in der Bahnhofstraße (Bild) zeigten sie mit Ortsvereinsvorsitzendem Manfred Weiß und dem stellvertretenden Betriebsgruppenvorsitzenden Bernhard Dietl (von rechts) Streikbereitschaft. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.06.2015
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Seit gestern bleiben auch im Stadtgebiet, in Illschwang, Hahnbach und im Birgland die Briefkästen weitgehend leer. Die bei Verdi organisierten Postler sind in einen unbefristeten Streik getreten.

"Im Großraum Amberg-Bayreuth befinden sich 550 Zusteller im Ausstand", erklärten Hans Kreuzer, Betriebsgruppenvorsitzender von Verdi-Brief Amberg, und sein Stellvertreter Bernhard Dietl. In der Tarifauseinandersetzung bei der Post fordert die Gewerkschaft Verdi gleiche Bezahlung für alle im Mutterkonzern Beschäftigten.

Gegen Billig-Töchter

"Wir wehren uns gegen die Verlagerung der Paketzustellung aus der Deutschen Post AG in 49 Billig-Töchter namens DHL Delivery", unterstreicht Dietl. Außerdem solle es nach Auffassung der Gewerkschaft keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Vergabe von Zustellaufträgen geben. Verdi setzt sich ebenso für die Übernahme aller Auszubildenden im Mutterkonzern ein. Insgesamt werden sichere Post-Arbeitsplätze auch in der Oberpfalz gefordert. Den Verdi-Funktionären ist klar, dass es durch die Streikmaßnahmen zu Unannehmlichkeiten für die Adressaten kommen wird. Aber gerade dadurch wollen sie den Druck hochhalten, um die Post AG am Verhandlungstisch zum Einlenken zu bewegen.

"Die Streikbereitschaft ist bei uns enorm hoch. Das liegt natürlich am starken Organisationsgrad der Kollegen, der in den jeweiligen Niederlassungen zwischen 80 und 95 Prozent beträgt", merkt Dietl an.

Beamte im Einsatz

Gegenwärtig würden in zwei Dritteln der Zustellbezirke die Briefe und Pakete nicht mehr zugestellt. Der Rest wird von Beamten ohne Streikrecht und sonstigen Hilfskräften ausgeliefert. Nicht zugestellte Post wird vorübergehend an den Zustellstützpunkten gelagert.

Wie Verdi-Ortsvereinsvorsitzender Manfred Weiß im Pressegespräch erläuterte, sei auch die Postbank nicht von den Streikaktionen betroffen, da es sich hier um eine andere Gesellschaft handle: "Der Schalter in Sulzbach-Rosenberg ist also ganz normal zu den Geschäftszeiten geöffnet."
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