Bücherwurm aus dem Wollnest

Fantasievolle Blumen enstanden in mühevoller und genauer Handarbeit.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.04.2015
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Noppen-Folie auf den Tischen, Wassereimer, Essigwasser, Seifenflocken und bunte Wolle: Schafe sind die Hauptlieferanten für das Material beim Workshop "Nassfilzen" im Stadtmuseum. Mädchen und Buben im Grundschulalter bekamen einen tiefen Einblick in die alte Tradition. Resultat: Frühlingsblumen und seltene Büchermerker.

Theoretische Informationen sowie praktische Anleitungen bekamen die jungen Kunsthandwerker von Kursleiterin Michaela Kerscher. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, und die Ergebnisse konnten sich allesamt sehen lassen, bunte selbst hergestellte Deko-Objekte für den Ostertisch oder lustige Einmerker für die Bücher von Leseratten.

Glockenblumendesign

Mit Schüsseln und Handtüchern ausgerüstet trafen die jungen Kursteilnehmer im pädagogischen Raum des Stadtmuseums ein. Gefilzte Frühlingsblumen, Haargummis mit bunten Filzsträngen sowie Eierwärmer in Glockenblumendesign lagen sehr dekorativ als Anschauungsmaterial dort.

Bevor die jungen Kursteilnehmer ihre Ärmel hochkrempelten und sich in die Arbeit stürzten, erklärte Kursleiterin Michaela Kerscher die Eigenschaften von Wolle und des Filzvorgangs.

Einen kurzen geschichtlichen Rückblick in die uralte Technik der Textilherstellung, welche von Generation zu Generation weitergegeben wurde, gab Edith Zimmermann, wissenschaftliche Leiterin des Stadtmuseums: "Bereits vor vielen tausend Jahren trugen die Menschen Kleidung aus Filzstoffen. Sie war äußerst strapazierfähig, schwer entflammbar, wasserdicht und schützte vor Kälte."

Vor Beginn der praktischen Arbeit durften die jungen Kursteilnehmer eine Auswahl der farbigen Merino-Wolle treffen für das Deko-Objek "Frühlingsblume", das alle als Einstieg wählten. Viel Geduld erforderte das Auslegen der Wolle in Schichten übereinander, so dass eine handtellergroße Fläche entstand. Zum Schluss erfolgte die Prüfung mit der flachen Hand, ob das "Wollnestchen" gleichmäßig dick war.

Geschickte Hände

Die nächsten Arbeitsschritte waren das Bespritzen mit Seifenlauge und das Auffilzen ohne Druck mit kreisenden Bewegungen. Hier mussten geschickte Kinderhände viel Sorgfalt walten lassen, damit keine Löcher entstanden und nichts verrutschte. Die Wollfasern verdichteten sich beim Reiben auf der Noppenfolie durchs Ineinanderschieben. Auswaschen der Seifenlauge und Neutralisieren der Lauge im Essigwasser beendeten die nasse Angelegenheit.

Lustiger Begleiter

Wer noch Geduld und Ausdauer hatte, durfte sich an das Filzen des Bücherwurms machen. Es entstand ein zwanzig bis dreißig Zentimeter langer, zwei bis dreifarbiger lustiger Begleiter beim Schmökern.

Am Ende der Kurse freuten sich die jungen Deko-Künstler über ihre gelungenen Werke. Eine Belohnung hatte der Osterhase bereitgestellt. Leider konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden - Kursleiterin Michaela Kerscher versprach in den Sommerferien ein weiteres Angebot. (Hintergrund)
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