Bürger teilen sich den Wind

Imposant präsentierte sich bei schönstem Wetter die Windkraftanlage den FWU-Mitgliedern beim Anmarsch vom Edelsfelder Sportplatz aus. Bild: mdh
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.05.2015
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Hündin Ronja hat ein ganz feines Gespür. In der Nähe von Windrädern wird sie nervös. Ist etwa der sogenannte Infraschall daran schuld?

Aus erster Hand und vor Ort ließen sich 18 Mitglieder der Freien Wähler Umland (FWU) über die Windenergieanlagen der Bürgerwind Edelsfeld informieren. Und zwar direkt bei Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl.

Mit eindrucksvollen Zahlen stellte Hans-Jürgen Strehl die zwei Anlagen der 2,3-MW-Klasse, die 2012 ans Netz gingen, vor. Diese besitzen eine Nabenhöhe von 138 und einen Rotordurchmesser von 82 Metern. Sie hätten einen kalkulierten Jahresenergieertrag von neun Millionen Kilowattstunden Strom und würden so rund 7700 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen.

Windmessungen im Vorfeld hätten ergeben, dass ein Waldstück auf dem Höhenrücken im Bereich des Hahnenkamm auf 570 Meter über Normalnull am besten geeignet sei. Die erforderlichen Grundstücke habe die Betreibergesellschaft von der Gemeinde gepachtet, wobei die Gemeinde Edelsfeld, wie auch weitere 127 Kommanditisten - meist aus der Kommune, ebenfalls Miteigentümer der Anlagen sei.

Insgesamt betrug das Investitionsvolumen laut Strehl über acht Millionen Euro, wobei rund 30 Prozent von den Gesellschaftern als Eigenkapital eingebracht worden sei. Die Restfinanzierung erfolgte über die KfW. Der Bürgermeister stellte heraus, dass somit in vorbildlicher Weise fast die gesamte Wertschöpfung in der Gemeinde verbleibe.

Es gibt auch Probleme

Auf entsprechende Nachfrage führte Hans-Jürgen Strehl an, dass es durchaus Probleme mit der Anlage gebe. Beispielsweise im Herbst mit Nebel, und dass die Rotorgeräusche bei ungünstigem Wind noch in einer Entfernung von 800 Meter zu hören seien. Bei einem bestimmten Sonnenstand, besonders im Mai und Juni, verbunden mit einem ungünstigen Stand der Rotoren, komme es zu Problemen mit dem sogenannten Schattenwurf der Rotoren. Hier gebe es eine Beschwerde aus Steinling.

Nach den Erläuterungen von Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl zu kaufmännischen Daten wie Gemeinde- und Bürgerbeteiligung, Finanzierung, Erträge, Ausschüttungen der Gewinne und ähnliches ging es an die Besichtigung des technischen Innenlebens der Windräder.

An den Schalttafeln konnten die Besucher Daten ablesen wie die aktuelle Windstärke, die erzeugte Wattzahl und vieles mehr. Aktuell produzieren die Anlagen bei gutem Wetter täglich 110 000 Kilowatt Strom. Der wird an der Leipziger Strombörse vermarktet. Etwas beschäftigte Peter Ehm, den Vorsitzenden der FWU, aber trotzdem. Ehm wird nämlich immer von seiner Golden Retriever Hündin Ronja begleitet. Die verweigerte sich circa 400 Meter vor den Windrädern. Ob dies auf den sogenannten Infraschall zurückzuführen ist, konnte nicht abschließend geklärt werden.
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