Chance für innovative Lösungen

"Wir können nicht zu den Günstigsten gehören, aber was wir verdienen, bleibt zum großen Teil in der Region", unterstrich Volker Laudien. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.05.2015
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Die Erdbebenkatastrophe in Nepal zeigt, welche Folgen es hat, wenn Wasser- und Stromversorgung nicht mehr funktionieren. Hier bei uns gibt es beides reichlich: Die Lieferanten buhlen um Abnehmer, locken mit besonderen Angeboten. N-Ergie zum Beispiel, der Konzessionspartner der Stadt Sulzbach-Rosenberg, mit einem 50-Euro-Einkaufsgutschein für jeden neuen Kunden.

"Liebe Sulzbach-Rosenberger, jetzt können Sie gezielt sparen", verspricht N-Ergie, seit Januar 2015 Konzessionspartner der Stadt und bis zum Dezember 2031 für die Strom- und Erdgasnetze am Ort verantwortlich. Zu einem Bürgerdialog lud das Unternehmen in den Gasthof Zum Bartl ein, bot an: "Sie haben offene Fragen? Wir haben offene Ohren".

Sieben Mitarbeiter

Mit N-Ergie ist in das alte Forsthaus an der Rosenberger Straße 33 neues Leben eingekehrt. Sieben Mitarbeiter des Energieversorgers mit Sitz in Nürnberg beraten hier Kunden oder solche, die es werden möchten. Dabei geht es bei N-Ergie nicht nur um die Versorgung mit Strom und Gas, sondern auch um Trinkwasser und um Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Bürgernähe und Servicequalität, damit punktet N-Ergie und verspricht darüber hinaus moderate Preise.

Die allerdings waren beim Bürgerdialog nicht das Thema, denn Volker Laudien, Leiter Kommunale Kunden am Nürnberger Unternehmenssitz, stellte zunächst seine Firma vor als "einen der zehn großen Energieversorger in Deutschland".

Er beschrieb den aktuellen Strommix in Deutschland aus Kernkraft, Kohlekraft und Erneuerbaren Energien (EE). N-Ergie setze auf konventionelle, aber auch auf regenerative Energieerzeugung und habe sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele EE-Anlagen ins Netz zu bringen, auch mit finanzieller Beteiligung von Verbrauchern. Laudien lobte sein Haus besonders für innovative Speichertechnik als "ein deutschlandweites Vorreiterprojekt".

Um 50 Prozent

Weil heutzutage beinahe jeder seinen eigenen Strom erzeugen könne, so der Redner, gelte es, zur Einspeisung an dezentralen Punkten das Netz auszubauen. Mit Photovoltaik-Anlagen könne der Strompreis um 50 Prozent reduziert werden.

Der Blick in die Zukunft zeige den vollständigen Verzicht auf Kernkraft, die Umstellung auf nachhaltige Energieerzeugung, bedeute das wahrscheinliche Aus für Gaskraftwerke und fordere den Abbau der CO2-Zertifikate für Kohlekraftwerke.

Objektiv prüfen

Zu aktuell strittigen Themen, wie dem Verlauf neuer Stromtrassen, riet Laudien, vor einer Entscheidung gut durchzurechnen und objektiv zu prüfen. "Momentan entsteht der Eindruck, dass Gleichstromtrassen die einzige Möglichkeit sind, Versorgungssicherheit zu gewährleisten", gab er zu bedenken.

Nach dem Monolog des Firmenvertreters kam es zum Dialog mit den Bürgern. Der in den letzten Jahren konstant gestiegene Strompreis war dabei ein Thema. "Steuern und Abgaben machen die Hälfte davon aus", erklärte Laudien und wusste auch: "Im europäischen Strompreisvergleich liegt Deutschland mit an der Spitze." Auf die Tarife von N-Ergie wollte er nicht eingehen, sondern verwies auf eine detaillierte Kundenberatung im Alten Forsthaus. "Wir können nicht zu den Günstigsten gehören, aber was wir verdienen, bleibt zum großen Teil in der Region", versicherte er. Dass Nachtspeicheröfen abgeschafft worden sind, wurde ihm vorgehalten, dass sein Appell zum Stromsparen eigentlich im Widerspruch stehe zum Auftrag seiner Firma, auch, und, dass über CO2-Reduzierung besser aufgeklärt werden müsse.

Andere Techniken testen

Dass selber erzeugter Strom bisher in Lithium-Batterien gespeichert werde, andere Techniken aber bereits getestet würden, dass Deutschlands Atomausstieg zwar kostspielig sei, "aber auch eine Chance für innovative Lösungen, die wir verkaufen können in die ganze Welt", waren Antworten des N-Ergie-Vertreters an seine Gesprächspartner.
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