Das Archiv hat zu viel Gewicht

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.05.2015
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Das Literaturarchiv hat viel Gewicht in der deutschen Literaturszene. Leider aber nicht nur dort, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes. Die Statik des Gebäudes stößt an ihre Grenzen, eventuell muss ein Teil des Archivs ausgelagert werden.

Bei der Mitgliederversammlung gab Professor Dr. Heribert Tommek, der im vergangenen Jahr Professor Dr. Achim Geisenhanslüke als Vorsitzender abgelöst hat, einen Überblick über die Entwicklung des vergangenen Jahres. Zentrales Thema für den Vorstand war die Notwendigkeit einer Gebäudesanierung als Voraussetzung für einen Ausbau des Archivbestandes und für die Neukonzeption der Dauerausstellung. Dazu fanden mehrere Ortstermine mit Vertretern des Staatlichen Hochbauamtes und der zuständigen Denkmalschutzbehörde statt, bei denen auch die Aspekte der energetischen Sanierung und der Barrierefreiheit angesprochen wurden.

Gebäude kämpft mit Statik

Michael Peter Hehl, wissenschaftlicher Leiter des Literaturarchivs, führte aus, dass das Magazin für die Archivbestände - es wurde Mitte der 1990er Jahre mittels einer umfangreichen Baumaßnahme eingerichtet - inzwischen aus Gründen der Statik keine weiteren Zuwächse mehr aufnehmen könne. Als mittelfristige Lösung ist eine Auslagerung von Teilbereichen denkbar, derzeit laufen dazu Kooperationsgespräche mit dem Staatsarchiv Amberg.

Das sei umso dringlicher, so Hehl, als das Literarische Colloquium Berlin (LCB) die Korrespondenz der Zeitschrift "Sprache im technischen Zeitalter" und Teile des LCB-Archivs in Aussicht gestellt habe.

Programmleiterin Patricia Preuß konnte über eine erfreuliche Entwicklung der Besucherstatistik berichten. Im Jahr 2014 seien die Besucherzahlen auf 4365 angestiegen, 2013 lagen sie weit unter 4000. Dazu trugen laut Preuß die sehr gut frequentierte Sonderausstellung zu Charles Bukowski, aber auch die Zunahme an Tagungen, die im Literaturhaus zusätzlich zum Lesungsprogramm stattfanden, bei.

Zahlreiche Veranstaltungen

2014 gab es zwei fünftägige Schreibseminare der Bayerischen Akademie des Schreibens, ein dreitägiges Autorentreffen mit tschechischen und bayerischen Autoren im Zusammenwirken mit dem Prager Literaturhaus, eine Tagung der Oberpfälzer Autoren in Kooperation mit dem Bezirk Oberpfalz und eine Wochenendtagung zur tschechischen Literatur in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Tutzing.

Schatzmeister Markus Hofmann resümierte, dass das Jahr 2014 mit einer Betriebsmittelreserve von rund 12 000 Euro abgeschlossen werden konnte. Er dankte den Förderern, allen voran dem Freistaat Bayern, der Stadt Sulzbach-Rosenberg und dem Bezirk Oberpfalz, die das Literaturarchiv mit jährlichen Zuschüssen unterstützen. Der Haushaltsplan für 2015 beläuft sich auf ein Volumen von circa 260 000 Euro.

2. Vorsitzender Gerd Geismann erinnerte abschließend mit einem Foto an die Lesung von Günter Grass im Jahr 2003 und an dessen Verbindung zu Sulzbach-Rosenberg. Günter Grass wurde damals der Entwurf des Schildes präsentiert, das heute an der Autobahn A6 auf Sulzbach-Rosenberg hinweist und auf dem der Blechtrommler Oskar abgebildet ist.
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