Der Antikriegstag bleibt aktuell

Gewerkschafter versammelten sich zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am Ehrenmal auf dem Friedhofberg. Studentin Julia Groher (Zweite von links) forderte auf, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Bild: Huber
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.09.2015
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Rüstungsexporte gehen aus Deutschland hinaus in die Welt. In der Gegenrichtung sind Kriegsflüchtlinge unterwegs. Deshalb fordert die IG Metall am Antikriegstag den Stopp aller Waffenlieferungen.

Heute sei es wichtiger denn je, an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus zu erinnern, war der Tenor der Veranstaltung am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Augen offenzuhalten und Flagge zu zeigen gegen Kriegshetze und Ausländerfeindlichkeit, forderte der Gewerkschaftssekretär Matthias Scherr.

"Die Folgen des Zweiten Weltkrieges sind heute noch spürbar, und deshalb dürfen wir diese Gräuel niemals vergessen und niemals verzeihen", mahnte Julia Groher, Studentin an der Universität Hamburg. Das Gedenken gelte allen, die durch kriegerische Taten verletzt oder getötet wurden. Doch dies alleine reiche nicht aus.

Denn der Antikriegstag habe nicht nur eine lange Tradition: Er bleibe nach wie vor aktuell. 70 Jahre nach dem nationalsozialistischen Regime finde sich immer noch rechts gerichtetes Gedankengut in der Gesellschaft wieder. "Die Rüstungsindustrie und ihre Exporte boomen, aber Kriegsflüchtlinge werden nicht immer willkommen geheißen", gab Groher zu bedenken. Solange Menschen durch Krieg, Verfolgung, Ausbeutung und Armut gezwungen würden, ihre Heimat und Familien zu verlassen, solange bleibe es eine Pflicht, auf die Straße zu gehen und sich aktiv gegen diese Missstände einzusetzen.

Jede direkte und indirekte Unterstützung militärischer Handlungen müsse sofort eingestellt und Rüstungs- in zivile Produktion übergeführt werden. Der Export von Waffen müsse sofort gestoppt werden, denn Frieden könne niemals mit Gewalt hergestellt werden, betonte die Referentin. Als Beispiel nannte sie die zahlreichen bewaffneten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg.

Im gleichen Atemzug gelte die Aufmerksamkeit allen Flüchtlingen: "Menschen, die versuchen, aus Kriegsgebieten weg zu kommen, haben Anspruch auf bedingungslose Hilfe. Geben wir den Menschen, denen diese gewaltsam genommen wurde, eine Stimme. Die Mauer der Festung Europa muss endlich fallen." Die deutsche Geschichte verpflichte zum Widerstand gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Stefan Steinhauser, Betriebsrat der Firma Siemens-Healthcare in Kemnath-Stadt.
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